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10

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#Female Pleasure

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Kinok, CH
"Die uns unterdrücken, praktizieren das Patriarchat als universelle Religion." Es ist die aus Somalia stammende, heute in London lebende Leyla Hussein, die sich in "#Female Pleasure" so äussert und klar macht: Verachtung, Geringschätzung und totale Kontrolle von Frauen und ihren Körpern ist keine Besonderheit einer bestimmten Religion. Zwar kommt Leyla Hussein aus einem muslimischen Land und erlitt als Kind die barbarische Praxis der Genitalverstümmelung. Damit ist sie unter den fünf Frauen aus fünf Weltreligionen, die "#Female Pleasure" porträtiert, die mit der extremsten Geschichte. Doch auch die Erlebnisse der anderen vier Frauen gehen unter die Haut: Da ist Deborah Feldman, die wohl bekannteste der fünf Protagonistinnen. Mit 25 Jahren brach sie mit ihrer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in New York, schrieb darüber 2012 das Buch "Unorthodox" und erhielt deshalb Morddrohungen. Die Inderin Vithika Yadav kämpft in ihrem Land gegen Kastenwesen, arrangierte Ehen und eine unglaublich repressive Sexualmoral, während die japanische Künstlerin Rokudenashiko wegen ihrer Werke, die weibliche Geschlechtsorgane zeigen, vor Gericht kam. Doris Wagner, eine deutsche Nonne, wurde wiederholt von einem Priester vergewaltigt und erhielt, als sie ihrer Oberin von dem Verbrechen erzählte, von...

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"Die uns unterdrücken, praktizieren das Patriarchat als universelle Religion." Es ist die aus Somalia stammende, heute in London lebende Leyla Hussein, die sich in "#Female Pleasure" so äussert und klar macht: Verachtung, Geringschätzung und totale Kontrolle von Frauen und ihren Körpern ist keine Besonderheit einer bestimmten Religion. Zwar kommt Leyla Hussein aus einem muslimischen Land und erlitt als Kind die barbarische Praxis der Genitalverstümmelung. Damit ist sie unter den fünf Frauen aus fünf Weltreligionen, die "#Female Pleasure" porträtiert, die mit der extremsten Geschichte. Doch auch die Erlebnisse der anderen vier Frauen gehen unter die Haut: Da ist Deborah Feldman, die wohl bekannteste der fünf Protagonistinnen. Mit 25 Jahren brach sie mit ihrer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in New York, schrieb darüber 2012 das Buch "Unorthodox" und erhielt deshalb Morddrohungen. Die Inderin Vithika Yadav kämpft in ihrem Land gegen Kastenwesen, arrangierte Ehen und eine unglaublich repressive Sexualmoral, während die japanische Künstlerin Rokudenashiko wegen ihrer Werke, die weibliche Geschlechtsorgane zeigen, vor Gericht kam. Doris Wagner, eine deutsche Nonne, wurde wiederholt von einem Priester vergewaltigt und erhielt, als sie ihrer Oberin von dem Verbrechen erzählte, von dieser den Bescheid: "Mein Kind, ich verzeihe dir deine Sünde." Mutige Frauen, die unter grossen Risiken für Selbstbestimmung kämpfen, waren für Regisseurin Barbara Miller bereits in "Forbidden Voices", ihrem ersten langen Kinodokumentarfilm, eine Herzensangelegenheit. Dort waren es drei Bloggerinnen aus diktatorisch regierten Ländern (Kuba, Iran und China), die ihre Stimmen gegen Repression und Menschenrechtsverletzungen erhoben. Von diesem 2012 erschienenen Film führt eine direkte Linie zu "#Female Pleasure". Eindrücklich vermittelt hier Barbara Miller, wie das Spektrum von Frauenverachtung in den fünf grossen Weltreligionen vom Judentum – wo orthodoxe Männer in ihrem Morgengebet dem Herrn jeweils dafür danken, dass sie nicht als Frau geboren wurden – bis zum Hinduismus reicht, in dessen heiliger Schrift Mahabharata es heisst: "Frauen sind die Wurzel aller Sünden". Dabei ist die Botschaft von "#Female Pleasure" unmissverständlich, was an der Weltpremiere des Films im August in Locarno mit einer zehnminütigen Standing Ovation quittiert wurde. "Der Film wurde gemacht", wie im Abspann steht, "um Frauen weltweit zu stärken".   Die Premiere am 15. November findet in Anwesenheit der Regisseurin Barbara Miller statt. Das Gespräch führt Noëmi Gradwohl, Kulturredaktorin SRF. Weitere Vorstellungen folgen im Januar.  

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Infos

Ort:

Kinok, Lokremise, Grünbergstrasse 7, St. Gallen, CH

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