Jan

13

Donnerstag

Doris Stauffer – Eine Stimme für die Frauen

Führung von Kathrin Gurtner, stellvertretende Leiterin der Graphischen Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek, und Hannes Mangold, Ausstellungskurator der Schweizerischen Nationalbibliothek

Doris Stauffer (1934–2017) besuchte an der Kunstgewerbeschule Zürich die Fachklasse Fotografie. 1968/69 präsentierte sie im Zürcher Club Bel Etage, in der Kunsthalle Bern und in der Kunsthalle Düsseldorf eine Auswahl ihrer ersten Werke: «Assemblagen» oder «Objektbilder», geschaffen aus Materialien aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Mit sieben weiteren Frauen gründete Stauffer 1969 die Frauenbefreiungsbewegung FBB. Das feministische Engagement liess sie auch in ihren Unterricht an der Kunstgewerbeschule Zürich einfliessen. Der Kurs «Teamwork» stiess bei der Direktion auf Abwehr und wurde bald abgesetzt, worauf der gesamte Lehrkörper kündigte. 1971 gründete Stauffer die private «F + F Schule für experimentelle Gestaltung» mit. Die kritische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Alltag und den vorherrschenden Geschlechterrollen prägte weiterhin massgeblich Stauffers Schaffen. 1977 führte sie an der F + F den ersten «Hexenkurs» durch, 1978 eröffnete sie...

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Führung von Kathrin Gurtner, stellvertretende Leiterin der Graphischen Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek, und Hannes Mangold, Ausstellungskurator der Schweizerischen Nationalbibliothek

Doris Stauffer (1934–2017) besuchte an der Kunstgewerbeschule Zürich die Fachklasse Fotografie. 1968/69 präsentierte sie im Zürcher Club Bel Etage, in der Kunsthalle Bern und in der Kunsthalle Düsseldorf eine Auswahl ihrer ersten Werke: «Assemblagen» oder «Objektbilder», geschaffen aus Materialien aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Mit sieben weiteren Frauen gründete Stauffer 1969 die Frauenbefreiungsbewegung FBB. Das feministische Engagement liess sie auch in ihren Unterricht an der Kunstgewerbeschule Zürich einfliessen. Der Kurs «Teamwork» stiess bei der Direktion auf Abwehr und wurde bald abgesetzt, worauf der gesamte Lehrkörper kündigte. 1971 gründete Stauffer die private «F + F Schule für experimentelle Gestaltung» mit. Die kritische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Alltag und den vorherrschenden Geschlechterrollen prägte weiterhin massgeblich Stauffers Schaffen. 1977 führte sie an der F + F den ersten «Hexenkurs» durch, 1978 eröffnete sie die «Frauenwerkstatt»: «Wir setzen uns auseinander mit Feminismus und Kreativität, dem männlich orientierten Kulturbegriff, sexistischen Tendenzen in der Kunst. Wir entdecken und realisieren unsere Vorstellungen von Kreativität, unsere eigene Sprache, unsere Anliegen und was wir als Frauen mitzuteilen haben.»

Die Spezialführung findet im Rahmen der Ausstellung «Jetzt wählen! Über das Recht auf eine Stimme» statt. Diese widmet sich anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Frauenstimm- und -wahlrechts dem Thema der politischen und kulturellen Partizipation in der Schweiz und den Menschen, die kein Recht auf eine Stimme hatten bzw. haben oder dieses nicht wahrnehmen: Frauen, Menschen ohne Schweizerpass, unter 18-Jährige, als unmündig Erklärte und Wahlabstinente. Wer sich in der Schweiz eine Stimme verschaffen konnte, zeigen die Sammlungen der Schweizerischen Nationalbibliothek exemplarisch und ermöglichen so einzigartige Einsichten in die Geschichte der Mitsprache in der Schweiz. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Schriftstellerin Alice Ceresa, die Autorin Mariella Mehr und die Künstlerin Doris Stauffer, drei Schweizerinnen, die sich allen Widerständen zum Trotz Gehör verschaffen konnten. Eine eigens für die Ausstellung entwickelte Videoarbeit des international renommierten Künstlerinnenduos Gawęda Kulbokaitė schlägt die Brücke von den historischen Positionen zur Gegenwart.

Eintritt Ausstellung frei, Teilnahme Führung kostenlos, keine Anmeldung erforderlich, Zertifikatspflicht

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Event ist beendet

Total: XX.XX CHF

Infos

Ort:

Schweizerische Nationalbibliothek, Hallwylstrasse 15, Bern, CH

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