Mit Tiefer Schweb nimmt der in Vorarlberg aufgewachsene Künstler Drago Persic, Träger des Vorarlberger Kulturpreises 2019, Bezug auf die tiefste Zone des Bodensees, jene Wasserschicht, in der die Dynamik der Oberfläche einer stillen, kühlen Ruhe gewichen ist. Im Spannungsfeld zwischen Dramatik und kontemplativer Gelassenheit zeigen sich auch die im Bildraum Bodensee präsentierten Ölgemälde des Künstlers.
Die erzählerischen Sequenzen in den Bildern von Drago Persic evozieren eine eindrücklich filmische Ästhetik. Darstellungen brennender Flöße und sinkender Boote sind von beklemmender Intensität, während ein fotorealistisch ausgeführtes Bildnis einer Jugendlichen und eines Renaissance-Porträts eines jungen Mannes eine beseelte Ruhe ausstrahlen. Zentrales Motiv der Ausstellung sind die charakteristischen Draperien des Künstlers. Persic erfasst den changierenden Glanz von Seide mit meisterlicher Präzision. Die in weichen Kaskaden fallenden Vorhänge durchbrechen die Zweidimensionalität und verleihen der glatten Leinwand plastische Tiefe.
Persics Malerei lässt sich auch als Akt des Widerstands lesen. In bewusster Abkehr von der rasanten digitalen Bilderflut, setzt er auf einen aufwändigen, handwerklich präzisen Arbeitsprozess. Seine Werke fordern ein entschleunigtes Sehen, sie
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Mit Tiefer Schweb nimmt der in Vorarlberg aufgewachsene Künstler Drago Persic, Träger des Vorarlberger Kulturpreises 2019, Bezug auf die tiefste Zone des Bodensees, jene Wasserschicht, in der die Dynamik der Oberfläche einer stillen, kühlen Ruhe gewichen ist. Im Spannungsfeld zwischen Dramatik und kontemplativer Gelassenheit zeigen sich auch die im Bildraum Bodensee präsentierten Ölgemälde des Künstlers.
Die erzählerischen Sequenzen in den Bildern von Drago Persic evozieren eine eindrücklich filmische Ästhetik. Darstellungen brennender Flöße und sinkender Boote sind von beklemmender Intensität, während ein fotorealistisch ausgeführtes Bildnis einer Jugendlichen und eines Renaissance-Porträts eines jungen Mannes eine beseelte Ruhe ausstrahlen. Zentrales Motiv der Ausstellung sind die charakteristischen Draperien des Künstlers. Persic erfasst den changierenden Glanz von Seide mit meisterlicher Präzision. Die in weichen Kaskaden fallenden Vorhänge durchbrechen die Zweidimensionalität und verleihen der glatten Leinwand plastische Tiefe.
Persics Malerei lässt sich auch als Akt des Widerstands lesen. In bewusster Abkehr von der rasanten digitalen Bilderflut, setzt er auf einen aufwändigen, handwerklich präzisen Arbeitsprozess. Seine Werke fordern ein entschleunigtes Sehen, sie laden dazu ein, die Qualität von Licht, Stoff und Malerei neu wahrzunehmen.
Abb.: Drago Persic, Light breaks where no sun shines, 2024, Öl auf Leinwand, 64 x 43 cm © Bildrecht, Wien 2026
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