Manche von Bachs weltlichen Huldigungskantaten waren eher Vertonungen gefälliger Schmeicheleien mit allenfalls versteckten Anspielungen. Dagegen ist das zum Geburtstag des gerade elfjährigen Kurprinzen aufgeführte Dramma per musica «Laßt uns sorgen, laßt uns wachen» eine veritable Lehrstunde in politischer Theorie und Herrschaftspraxis. Hinter der antiken Geschichte des zwischen Tugend und Laster schwankenden Herkules steht hörbar der Wunsch nach einem vor Verschwendung und Bevorzugung gefeiten Idealfürsten. Dass Bach wenig später aus dieser anlassgebundenen Freiluft-Musik nicht weniger als sechs Chöre und Arien für sein Weihnachtsoratorium adaptierte, lässt den damit verbundenen Ohrwurm zum besonderen Hörvergnügen werden.
Mit einer Reflexion über den Kantatentext von Matthias Schulz.
Mitwirkende:
Miriam Feuersinger, Sopran (Wollust)
Alex Potter, Altus (Herkules)
Georg Poplutz, Tenor (Tugend)
Gregory Feldmann, Bass (Merkur)
Chor & Orchester der J. S. Bach-Stiftung
Rudolf Lutz, Leitung
Programm:
17.30 Uhr
Musikalisch-theologische Werkeinführung mit Rudolf Lutz und Barbara Bleisch
19.00 - ca. 20.30 Uhr
1. Teil
Reflexion
2. Teil