Pile of Songs is an intimate concert & conversation series exploring songwriting and literary influences. Surrounded by bookshelves, each evening opens with a short conversation about songwriting and literary inspirations, followed by a live concert in this intimate setting. Seating is limited to 20 guests.
NADJA ZELA (ZH)
Was mit The Whooshings in besetzten Räumen begann und mit Rosebud den Indie-Rock weiblich machte, hat sich in Zelas Soloschaffen zu einer eigenwilligen Ausnahmeerscheinung des Alternative-Rock verdichtet. Sie ist die trotzige Verfechterin des Unmöglichen, eine der wenigen Frauen ihrer Generation, die als zweifache Mutter in der Musikszene nicht verstummte, hochschwanger die Bühne rockte, später, als viel zu junge, trauernde Witwe ihr viel gelobtes Andromeda-Requiem aufführend künstlerisch einen Höhepunkt erreichte. In Zeiten, als alle anderen sich businesshalber solo und als Duo formierten, zog sie mit einem halben Orchester mitsamt Chor und aufwändiger Instrumentierung über die Bühnen. Ist das nun renitent, visionär oder einfach nur stur? Jedenfalls steckt darin eine für unsere Zeit unübliche Bestimmtheit.
Zela denkt in Alben, komponiert entlang von Themen. Sie kennt die Schattenseiten – und weiss ihnen Songs abzuringen, die trösten, ohne
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Pile of Songs is an intimate concert & conversation series exploring songwriting and literary influences. Surrounded by bookshelves, each evening opens with a short conversation about songwriting and literary inspirations, followed by a live concert in this intimate setting. Seating is limited to 20 guests.
NADJA ZELA (ZH)
Was mit The Whooshings in besetzten Räumen begann und mit Rosebud den Indie-Rock weiblich machte, hat sich in Zelas Soloschaffen zu einer eigenwilligen Ausnahmeerscheinung des Alternative-Rock verdichtet. Sie ist die trotzige Verfechterin des Unmöglichen, eine der wenigen Frauen ihrer Generation, die als zweifache Mutter in der Musikszene nicht verstummte, hochschwanger die Bühne rockte, später, als viel zu junge, trauernde Witwe ihr viel gelobtes Andromeda-Requiem aufführend künstlerisch einen Höhepunkt erreichte. In Zeiten, als alle anderen sich businesshalber solo und als Duo formierten, zog sie mit einem halben Orchester mitsamt Chor und aufwändiger Instrumentierung über die Bühnen. Ist das nun renitent, visionär oder einfach nur stur? Jedenfalls steckt darin eine für unsere Zeit unübliche Bestimmtheit.
Zela denkt in Alben, komponiert entlang von Themen. Sie kennt die Schattenseiten – und weiss ihnen Songs abzuringen, die trösten, ohne kitschig zu sein. Doch anstatt in Melancholie zu versinken, trotzt sie ihr mit jeder Zeile, verteidigt vehement die Zärtlichkeit bedingungsloser Liebe und feiert das wilde Leben sich auflehnender Seelen. Ihre Texte sind Bannflüche gegen das Ungeheure, Funken der Hoffnung, wirken persönlich, aber nie privat, politisch ohne Parolen – sie stecken voller Humor, wenn man zwischen den Zeilen liest. In dieser Musik steckt eine Haltung, die von der Presse auch schon mal «Die seltene Qualität der Grandezza« betitelt wurde.
In einer Songwritingwelt, die oft zu glatt poliert ist, ist Nadja Zela eine rauhe und ehrliche Stimme für die Überlebenden einer entfremdeten Zeit.
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