Bach hat die mit Streichern und Bläsern verdoppelte polyphone Vokalkunst seiner Vorfahren eher selten, dann aber mit künstlerischer Tiefe und kreativer Meisterschaft gepflegt. Anlass dafür waren wie im Fall der 1729 zum Ableben des Schulrektors Ernesti komponierten Motette BWV 226 wohl fast immer repräsentative Traueranlässe im Umfeld der Thomasschule und gehobenen Leipziger Bürgerschaft. Während die erstaunlich freudige «Geist»-Motette in zunehmender Stimmverdichtung die Musik anstelle des ersterbenden Wortes kraftvoll «beten» lässt, greift «Komm, Jesu, komm» eine von Bachs Amtsvorgänger Johann Schelle bereits 1684 komponierte Trauerarie auf, transformiert sie jedoch in eine ungleich modernere Tonsprache von elegischer Trostkraft.
Mit einer Reflexion über den Kantatentext von Oliver Zimmer
Chor & Orchester der J. S. Bach-Stiftung
Rudolf Lutz, Leitung
Programm:
17.30 Uhr
Musikalisch-theologische Werkeinführung mit Rudolf Lutz und Pfr. Niklaus Peter
19.00 - ca. 20.30 Uhr
1. Konzertaufführung
Reflexion
2. Konzertaufführung