Bei diesem musikalischen Feuerwerk kommt einmal die ganze Klangpracht der Basler Münsterorgel zur Geltung, von glitzernden Pleni bis zum Rauschen des Tutti. Münsterorganist Andreas Liebig beginnt mit einer Toccata Girolamo Frescobaldis (1583–1643) aus „Il secondo libro di toccata“, in der der seinerzeitige Petersdomorganist den rezitativischen Opern- und Madrigalstil eines Claudio Monteverdi auf die Tasten bannt. Dieser „Stylus phantasticus" prägt auch Dieterich Buxtehudes (1637-1707) Toccata in G BuxWV 164.
Wer mag, kann J. S. Bachs bekanntes Triptychon Toccata, Adagio et Fuga C-dur BWV 564 wie ein Concerto durch das Kirchenjahr hindurch hören. Die freien, vom norddeutschen Stylus phantasticus geprägten Passagen in Manual und Pedal «verkünden» gleichsam das motivische Material des unmittelbar anschliessenden, italienischen, festlichen Konzertsatzes: Weihnachten. An die Aria des meditativen Binnensatzes mit seiner wunderbar melancholisch ausschwingenden Solocantilene schliesst sich ein mystischer, von schmerzlichen Harmonien erfüllter Abschnitt «con durezze e ligature» an, wie wir ihn aus den Elevationstoccaten Frescobaldis kennen: Passion. Und die tänzerische Fuga mit ihrem signalartigen Dreiklangsmotiv und seinen verwegenen Pausen mag bereits auf den österlichen Jubel
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Bei diesem musikalischen Feuerwerk kommt einmal die ganze Klangpracht der Basler Münsterorgel zur Geltung, von glitzernden Pleni bis zum Rauschen des Tutti. Münsterorganist Andreas Liebig beginnt mit einer Toccata Girolamo Frescobaldis (1583–1643) aus „Il secondo libro di toccata“, in der der seinerzeitige Petersdomorganist den rezitativischen Opern- und Madrigalstil eines Claudio Monteverdi auf die Tasten bannt. Dieser „Stylus phantasticus" prägt auch Dieterich Buxtehudes (1637-1707) Toccata in G BuxWV 164.
Wer mag, kann J. S. Bachs bekanntes Triptychon Toccata, Adagio et Fuga C-dur BWV 564 wie ein Concerto durch das Kirchenjahr hindurch hören. Die freien, vom norddeutschen Stylus phantasticus geprägten Passagen in Manual und Pedal «verkünden» gleichsam das motivische Material des unmittelbar anschliessenden, italienischen, festlichen Konzertsatzes: Weihnachten. An die Aria des meditativen Binnensatzes mit seiner wunderbar melancholisch ausschwingenden Solocantilene schliesst sich ein mystischer, von schmerzlichen Harmonien erfüllter Abschnitt «con durezze e ligature» an, wie wir ihn aus den Elevationstoccaten Frescobaldis kennen: Passion. Und die tänzerische Fuga mit ihrem signalartigen Dreiklangsmotiv und seinen verwegenen Pausen mag bereits auf den österlichen Jubel verweisen. Charles-Marie Widors (1844–1937) berühmte Toccata aus seiner V. Orgelsymphonie begeistert immer wieder mit ihrem fesselnden rhythmischen Drive, was ebenso von der hochvirtuosen Toccata von Maurice Duruflé (1902–1986) gilt. Deren weit ausschweifende Melodik und faszinierende Harmonik ist reich an impressionistischen Farben. «Transports de joië» (Freudenausbrüche einer Seele) aus den vier sympho- nischen Meditationen zu Himmelfahrt «L’Ascension» von Olivier Messiaen (1908–1992) ist der geniale Wurf des 25-jährigen Organisten an der Pariser Kirche Ste Trinité. Dazwischen: Ruhige Inseln der Mediation, u.a. mit Choralvorspielen von Bach (u.a. «Schmücke dich, o liebe Seele»), dem zauberhaften «Andante sostenuto» aus der „Symphonie Gothique“ von Widor, einer betörenden einstimmigen «Mélodie» von Messiaen: Erleben Sie den tausend- jährigen Klangraum Münster vom säuselnden Pianissimo bis zum opulenten Orgelbrausen!
Andreas Liebig (geboren 1962 in Gütersloh/Westfalen) ist seit 2014 Münsterorganist in Basel und leitete zudem nach Lehrtätigkeiten an den Musikhochschulen in Lübeck und Oslo als Nachfolger von Prof. Reinhard Jaud von 2013 -15 die Orgelklasse des Tiroler Landeskonservatoriums in Innsbruck. Seit 2018 unterrichtet er an der Musikhochschule Freiburg/Br.
Studium der Kirchenmusik an der Westfälischen Landeskirchen-musikschule in Herford. 1983 – 89 Orgel-, Klavier- und Musik-theoriestudium an der Stuttgarter Musikhochschule u.a. bei Ludger Lohmann, Adu Frederica Faiss, Heinrich Deppert und Helmut Lachenmann, in Paris bei Daniel Roth, in Wien und Lübeck bei Hans und Martin Haselböck, in Freiburg bei Zsigmond Szathmáry sowie bei Sergiu Celibidache in Mainz. 1989/90 Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zum Studium bei Hans Haselböck an der Wiener Musikhochschule.
1992 Forschungsstipendium des Landes Schleswig-Holstein. 1988 Auszeichnung mit ersten Preisen bei den internationalen Orgelwettbewerben in Dublin und Odense. Lehraufträge an den Musikhochschulen in Lübeck (1989 – 93) und Oslo (1995 – 97). Kantor und Organist an mehreren Kirchen in Dänemark, Norwegen und der Schweiz, u.a. von 1996 - 2001 Kantor an der Sagene kirke, der sog. Nordkantkatedrale, in Oslo mit ihrer historischen Hollenbach-Orgel von 1891 und Leitung des Osloer Bach Ensembles. Leitung verschiedener erfolgreicher Festivals und Konzertreihen, u. a. Ostwestfälische Orgeltage, Brahms-Festival Lübeck, Internationale Sommerkonzerte Ringebu stavkyrkje (Norwegen), Krummhörner Orgelfrühling (2001 – 2011), von 2002 bis 2018 Internationale Sommerkonzerte Dornum (Holy-Orgel 1710/11) und 2017/2018 zusätzlich Orgelsommer Marienhafe.
Einladungen zu Festivals wie z.B. Festival Suisse de l’Orgue, Copenhagen Summer Festival, Wexford Opera Festival, Odense Bach-Woche, Wiener Festwochen, Schleswig-Holstein-Musik-Festival, Musikalischer Frühling St. Petersburg, Lahti Organ Festival, Oslo Barokkmusikk Festival, Jornadas Internacionales de Órgano Zaragoza, 41º festival internazionale di musica organistica magadino, Festival Internacional de Órgão de Lisboa, IX. Festival Organistico Internazionale Di Bari, Haarlemer Sommerkonzerte St. Bavo kerk, El Sonido vivo (Castilla y Leon), XVI Festival Organistico Internazionale di Treviso, Sommerkoncerter Roskilde Domkirke, Organi antichi Bologna, Nieuwe kerk und Oude kerk Amsterdam, Helsinki Orgel Festival, Internationales Düsseldorfer Orgelfestival, Modena Organ Festival, Madeira Organ Festival, Festival internazionale musica d’organo Ravenna, XI Academia Internacional de Órgano Granada, Internationaler Orgelsommer St. Wenzel Naumburg, Orgelkunst – Internationale Meisterorganisten Dom St. Jakob Innsbruck, 14èmes Rencontres de Musique Ancienne Seurre, Festival d’Orgue - Saint-Rémy en Provence, Festival Internacional de Órgano del Uruguay, Vespri e messe d’organo nella vigilia Duomo de Monza,Festival organistico internazionale città di Trento, Internationaal Orgelfestival Breda, Granada Festival, Grauhofer Orgelsommer, Festival Estoril Lisboa, Non solo scriptura Wrocław, Festival d’Avignon, The International Organ Summer Hallgrimskirkja Reykjavik, Rapallo Musica, Bach-Tage Halle, Orgelfeierstunden Kölner Dom, Orgelspiele Grossmünster Zürich, Orgelsommer Freiburger Münster, Internationale Orgelkonzerte Dom zu Oliva. Darüber hinaus rege Konzerttätigkeit, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie Meisterkurse in Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Irland, Island, Italien, Korea, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rußland, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, Ungarn, Uruguay und den USA mit umfangreichem Repertoire vom Robertsbridge Codex bis zur Avantgarde. Jurymitglied internationaler Orgelwettbewerbe. Vielbeachtete CD-Einspielungen mit Orgelwerken J. S. Bachs an den historischen Orgeln des Nidarosdoms in Trondheim, der Martinikerk in Groningen, im Kloster Oelinghausen und in Dornum. 2025 erschienen im Label Arcantus die beiden im Basler Münster eingespielten CDs NOSTALGIA und DE PROFUNDIS zusammen mit der international preisgekrönten Sopranistin Gudrun Sidonie Otto mit Werken von u.a. Bach, Reubke, Brahms, Dvorak, Reger und Daan Manneke. Die Kritik ist begeistert: „Referenzaufnahmen!“ „Sternstunden aus dem Münster
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