Roberto González-Monjas hat dabei immer eine glückliche Hand bewiesen: Als er im Jahr 2013 als Konzertmeister nach Winterthur kam, als er mit dem Dirigieren begann, und auch, als er beim Musikkollegium vor sechs Jahren vom Konzertmeister- ans Dirigentenpult wechselte. Darum besteht die Überzeugung, dass auch seine jüngste Entscheidung passend ist.
Othmar Schoeck hatte etwas weniger Glück mit seinen Entscheidungen, privat, politisch, vielleicht sogar musikalisch. 1945 hatte ihn ein Herzinfarkt aus der Bahn geworfen, und seine Musik geriet in der Nachkriegsmoderne aufs Abstellgleis. Aber die Musen sind mit ihren Lieblingen manchmal nachsichtig, und so gelang Schoeck just in diesem Jahr mit der «Sommernacht» nach einem Gedicht von Gottfried Keller sein bis heute grösster Erfolg.
Eine flirrende Streichermusik, die bestens zum Motto von Roberto González-Monjas’ letzter Musikkollegiums-Saison passt: «Pastorale». Ausgesprochen glücklich agierte Gustav Mahler, wenn er Texte zur Vertonung auswählte. Aus fünf an sich bereits musikalischen Gedichten von Friedrich Rückert schuf Mahler einen Höhepunkt des Orchesterlieds. Was für ein Glück, diese Lieder von der dunklen, edlen, beweglichen Stimme des grossartigen Andrè Schuen gesungen zu hören.
Ob Johannes Brahms sich gegen Clara Schumann
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Roberto González-Monjas hat dabei immer eine glückliche Hand bewiesen: Als er im Jahr 2013 als Konzertmeister nach Winterthur kam, als er mit dem Dirigieren begann, und auch, als er beim Musikkollegium vor sechs Jahren vom Konzertmeister- ans Dirigentenpult wechselte. Darum besteht die Überzeugung, dass auch seine jüngste Entscheidung passend ist.
Othmar Schoeck hatte etwas weniger Glück mit seinen Entscheidungen, privat, politisch, vielleicht sogar musikalisch. 1945 hatte ihn ein Herzinfarkt aus der Bahn geworfen, und seine Musik geriet in der Nachkriegsmoderne aufs Abstellgleis. Aber die Musen sind mit ihren Lieblingen manchmal nachsichtig, und so gelang Schoeck just in diesem Jahr mit der «Sommernacht» nach einem Gedicht von Gottfried Keller sein bis heute grösster Erfolg.
Eine flirrende Streichermusik, die bestens zum Motto von Roberto González-Monjas’ letzter Musikkollegiums-Saison passt: «Pastorale». Ausgesprochen glücklich agierte Gustav Mahler, wenn er Texte zur Vertonung auswählte. Aus fünf an sich bereits musikalischen Gedichten von Friedrich Rückert schuf Mahler einen Höhepunkt des Orchesterlieds. Was für ein Glück, diese Lieder von der dunklen, edlen, beweglichen Stimme des grossartigen Andrè Schuen gesungen zu hören.
Ob Johannes Brahms sich gegen Clara Schumann entschieden hatte oder umgekehrt, für seine Musik schien die Entscheidung jedenfalls fruchtbar zu sein. Wäre er bei Clara geblieben, hätte er sie nicht auf Grusspostkarten aus der Schweiz «viel tausendmal» grüssen müssen. Und dann hätte es in seiner ersten Sinfonie keinen wunderbaren Alphorn-Ruf gegeben (den er nämlich auf der Postkarte notierte). Wie auch immer: In hoffnungsfrohem C-Dur schreitet das Orchester im Finale der Sinfonie der Zukunft entgegen. Mit diesen Klängen wird Roberto González-Monjas gewissermassen bis zum Stadttor begleitet – mit den Worten: ¡Hasta luego! ¡Ya nos veremos!
Othmar Schoeck «Sommernacht» für Streichorchester, op.
Gustav Mahler Fünf Lieder nach Texten von Friedrich Rückert
PAUSE
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 c-Moll, op. 68
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