Am 276. Todestag des Leipziger Thomaskantors bringt ein in den vergangenen Jahren mit Standing ovations im Münster gefeiertes, hochkarätig besetztes Ensemble der gerade auch im Bereich der Alten Musik international renommierten Vokalsolisten Gudrun Sidonie Otto & Jessica Jans (Sopran), Guillaume Ribler (Altus), Falk Hoffmann (Tenor), Bachpreisträger Dominik Wörner (Bass) zusammen mit Michael Behringer (Basso continuo) Johann Sebastian Bachs Motette «Jesu, meine Freude» und eine Auswahl aus den «Kleinen Geistlichen Konzerten» von Heinrich Schütz zu Gehör. Wie Bach war auch Schütz ein Meister existenzieller, musikalisch-rhetorischer Textausdeutung, seine Lebensspanne umfasste den gesamten Dreissigjährigen Krieg. Seine «Kleinen Geistlichen Konzerte» sind Perlen barocker Vokalkunst. Als Kontrapunkt zu jeglicher kriegerischen Austragung von Konflikten werden dazu – leider immer noch brennend aktuelle – Passagen des im Münster begrabenen Erasmus von Rotterdam aus seiner «Klage des Friedens» von 1517 an diesem besonders geschichts- trächtigen Ort in einen übergeordneten Kontext gestellt. Münsterorganist Andreas Liebig spielt an der grossen Mathis-Orgel (2003) u.a. Bachs Praeludium et Fuga a-moll
BWV 543, Praeludium et Fuga e-moll BWV 548 und abschliessend den Choral «Vor deinen
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Am 276. Todestag des Leipziger Thomaskantors bringt ein in den vergangenen Jahren mit Standing ovations im Münster gefeiertes, hochkarätig besetztes Ensemble der gerade auch im Bereich der Alten Musik international renommierten Vokalsolisten Gudrun Sidonie Otto & Jessica Jans (Sopran), Guillaume Ribler (Altus), Falk Hoffmann (Tenor), Bachpreisträger Dominik Wörner (Bass) zusammen mit Michael Behringer (Basso continuo) Johann Sebastian Bachs Motette «Jesu, meine Freude» und eine Auswahl aus den «Kleinen Geistlichen Konzerten» von Heinrich Schütz zu Gehör. Wie Bach war auch Schütz ein Meister existenzieller, musikalisch-rhetorischer Textausdeutung, seine Lebensspanne umfasste den gesamten Dreissigjährigen Krieg. Seine «Kleinen Geistlichen Konzerte» sind Perlen barocker Vokalkunst. Als Kontrapunkt zu jeglicher kriegerischen Austragung von Konflikten werden dazu – leider immer noch brennend aktuelle – Passagen des im Münster begrabenen Erasmus von Rotterdam aus seiner «Klage des Friedens» von 1517 an diesem besonders geschichts- trächtigen Ort in einen übergeordneten Kontext gestellt. Münsterorganist Andreas Liebig spielt an der grossen Mathis-Orgel (2003) u.a. Bachs Praeludium et Fuga a-moll
BWV 543, Praeludium et Fuga e-moll BWV 548 und abschliessend den Choral «Vor deinen Thron tret ich hiermit», den Bach der Legende nach auf dem Totenbett seinem Schwiegersohn «in die Feder» diktiert haben soll. Dem Bach-Forscher und grossen Humanisten Albert Schweitzer zufolge tönen hier bereits, jenseits jeglicher Men schenleidenschaft, Sphärenharmonien an: «Über dem Ganzen leuchtet das Wort: Verklärung!» – Kosmische Harmonien also im Klangraum Münster ...
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