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Erzählen bewegt - Seminarreihe von Januar - April 2027

Erzählen bewegt - Seminarreihe von Januar - April 2027 Alters- und Pflegeheim Stadtpark Olten, Hagbergstrasse 33, 4600 Olten Billets

Credits: smg

Début:
Fin:
Alters- und Pflegeheim Stadtpark Olten, Olten (CH)

4 Seminare im Zeitraum von Januar - April 2027

Erzählkunst als lebendiges, universelles Kulturgut Wir sind erzählende Wesen. Wir teilen Erlebtes, Gehörtes und Ausgedachtes mit unseren Mitmenschen. Wir erzählen, um zu verstehen und verstanden zu werden. Im Geschichtenerzählen erschaffen wir auch Wirklichkeiten – dank unserer Vorstellungskraft. Doch Erzählen braucht ein Gegenüber. Zuhören ist ein Akt der Anteilnahme, des Mitgestaltens. In der Wechselwirkung entsteht eine Energie, die sowohl die Hörgemeinschaft als auch die erzählende Person nährt und alle miteinander verbindet. Erzählen ist eine Art direkter Übermittlung, von Mund zu Ohr. Es löst Resonanz aus, schafft innere Bilder und weckt Erinnerungen, stiftet Sinn, ordnet Chaos, bietet auch Halt, Trost und Orientierung. Vielleicht können mündlich erzählte Geschichten sogar helfen, kollektive Krisen zu begreifen, vielleicht sogar zu heilen. Denn durch Erzählen entwerfen wir uns selbst und die Welt immer neu. Wir Erzählende sind Wortkünstler:innen und haben verschiedene Rollen zugleich inne. Doch sind wir uns der Rollen bewusst, die wir einnehmen? Wie gehen wir mit der Fülle der Geschichten um? Wie gestalten wir den Erzählstoff? Wie steht es aktuell – hier und heute - mit den Inhalten der tradierten Geschichten? Was wünschen wir

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4 Seminare im Zeitraum von Januar - April 2027

Erzählkunst als lebendiges, universelles Kulturgut Wir sind erzählende Wesen. Wir teilen Erlebtes, Gehörtes und Ausgedachtes mit unseren Mitmenschen. Wir erzählen, um zu verstehen und verstanden zu werden. Im Geschichtenerzählen erschaffen wir auch Wirklichkeiten – dank unserer Vorstellungskraft. Doch Erzählen braucht ein Gegenüber. Zuhören ist ein Akt der Anteilnahme, des Mitgestaltens. In der Wechselwirkung entsteht eine Energie, die sowohl die Hörgemeinschaft als auch die erzählende Person nährt und alle miteinander verbindet. Erzählen ist eine Art direkter Übermittlung, von Mund zu Ohr. Es löst Resonanz aus, schafft innere Bilder und weckt Erinnerungen, stiftet Sinn, ordnet Chaos, bietet auch Halt, Trost und Orientierung. Vielleicht können mündlich erzählte Geschichten sogar helfen, kollektive Krisen zu begreifen, vielleicht sogar zu heilen. Denn durch Erzählen entwerfen wir uns selbst und die Welt immer neu. Wir Erzählende sind Wortkünstler:innen und haben verschiedene Rollen zugleich inne. Doch sind wir uns der Rollen bewusst, die wir einnehmen? Wie gehen wir mit der Fülle der Geschichten um? Wie gestalten wir den Erzählstoff? Wie steht es aktuell – hier und heute - mit den Inhalten der tradierten Geschichten? Was wünschen wir uns vom Erzählen heute und in der Zukunft? Organisiert durch die «Kommission Veranstaltungen» der SMG Alice Spinnler, Erika Hoffmann, Irène Novak-Lüscher, Nadja von Planta.

1. Die Kunst des Erzählens – Vom Märchen zur Neurowissenschaft   

Vom Märchen zur Neurowissenschaft Eine interdisziplinäre Reise Samstag, 16. Januar 2027 Erzählen und Erzählforschung in Sizilien Die Brüder Grimm legten im 19. Jahrhundert mit ihrer Märchensammlung den Grundstein für die Erforschung von Märchen. Ein Jahrhundert später sahen Psychoanalytiker in Märchen kollektive Träume, die tief in der menschlichen Psyche verankerte archetypische Motive offenbaren. Heute betont Historiker Yuval Noah Harari die Bedeutung gemeinsamer Narrative als evolutionäre Erfolgsfaktoren des Homo Sapiens. Kommuni kationsneurobiologen untersuchen, wie sich die Gehirne durch Geschich ten auf eine „gemeinsame Wellenlänge“ synchronisieren und zeigen so, wie Erzählungen Empathie und Verständnis fördern. Damit erfüllen Nar rative in besonderer Weise die Funktion, soziale Bindungen zu stärken und die Kooperation zu fördern. Das Seminar zeigt auf, wie Erzählungen unser Selbst- und Gesellschafts verständnis prägen und unsere evolutionäre Fähigkeit zur Kommunika tion und Verbundenheit unterstreichen. Die Erzählenden erhalten handfeste wissenschaftliche Argumente, die den Wert wirkmächtiger Narrative in Wirtschaft und Gesellschaft belegen. Sie erarbeiten gemeinsam, wie sie diese Erkenntnisse nutzen können, um Skeptiker vom Nutzen des professionellen Erzählens in Führung, Kommu nikation und Politik zu überzeugen. Dieses Wissen stärkt ihre Position als Experten:innen und zeigt: Erzählkunst ist kein 'softes Werkzeug', sondern eine durch Forschung belegbare Methode für nachhaltigen Erfolg. Referent: Dr. rer. medic. Franz Hütter. Neurowissenschaftler. www.brain.hr.de. Gevelsberg Erzählerin: Erika Hoffmann. Zürich. 

2. Erzählen, unsere Profession

Samstag, 30. Januar 2027 «Es ist nicht meine Aufgabe zu antworten, sondern zu erzählen» - Wie ist unser Selbstverständnis als Erzählende? Zu welchen Anteilen sind wir Künstler, Predigerin, Pädagoge, Psychologin, Selbstdarsteller, Demago gin, Clown? – Wie ist unser Umgang mit unseren tradierten Sagen- und Märchen-Stoffen? Dürfen wir frei über sie verfügen, gendern, verändern? Fesseln sie uns oder verleihen sie uns Flügel? – Welche Qualitätsstandards haben wir? Können wir sie klar benennen? Reicht es, wenn unser Publi kum uns toll findet? Welche Rolle spielen unsere Zuhörerinnen über haupt? Wie kann das Erzählen tradierter Stoffe das biografische Erzählen stimulieren, sprich, wie werden unsere Zuhörer zu Erzählenden? Diese Fragen helfen uns, unseren Stolz auf das Besondere des Erzählens tradierter Stoffe zu unterfüttern und unsere Selbstgewissheit tiefer zu ver wurzeln. Wir wollen gemeinsam fundierte Antworten finden, stärker wer den und dadurch Mut bekommen, uns zu entwickeln und neue Wege zu gehen. Wir werden vor allem in Kleingruppen arbeiten, Erfahrungen aus tauschen, unser Erzählen reflektieren und uns mit Feedback-Methoden beschäftigen. Bringt gerne ein kurzes Stück aus eurem Repertoire mit, vielleicht können wir es im Laufe des Tages als Beispiel gebrauchen. 

3.  Wir erzählen anders, ihr auch!

Samstag, 6. März 2027 Überall auf der Welt werden Geschichten, Märchen, Mythen und Sagen erzählt. Aber erzählt man überall gleich? Erzählen Frauen anders als Män ner, Junge anders als Alte, Kinder sowieso? Gibt es Unterschiede zwischen den Völkern, Regionen und Kulturen? Was ist das Verbindende? Wann werden diese Geschichten erzählt? Immer, oder nur zu bestimmten Zei ten und Gelegenheiten? Wer darf zuhören? Alle oder nur bestimmte Gruppen, auch Fremde? Gibt es Tabus? Spannende Fragen. Im Seminar werden wir diesen Fragen nachgehen. Sie werden auf eine kleine Reise mitgenommen. Sie hören und erfahren, wie in anderen Kulturen erzählt wird, wer die Erzählenden und wer die Zuhö renden sind. Der Fokus liegt auf aussereuropäischen Völkern und Kultu ren. Die hiesige Schweizer Erzähltradition bringen Sie selbst mit ein. 

4. Rosmarina e Cola Pesce

Samstag, 10. April 2027 Das Seminar führt uns nach Sizilien, das ein eigentlicher Hotspot des Erzählens und der Märchenforschung ist. Am Vormittag befassen wir uns mit folgenden Themen: Wer erzählt, wie und wo? Im Mittelpunkt stehen der palermitanische Arzt, Volkskundler, Historiker und Philologe Giuseppe Pitrè, der ein enormes Werk hinter lassen hat und die Schweizerin Laura Gonzenbach, die in Messina und in der Sommerfrische am Ätna Märchen von sizilianischen Bäuerinnen und Bürgerfrauen sammelte und sie ins Deutsche übertrug. Am Nachmittag untersuchen wir gemeinsam folgende Aspekte der Er zählforschung: Auf welche Weise entstanden diese repräsentativen Märchensammlungen, wer waren die herausragenden Erzählerinnen und Erzähler, wie gingen Pitrè und Gonzenbach mit dem mündlichen Erzählgut um? Blieben sie nahe am mündlichen Diskurs oder veränder ten sie die Texte? Wie wurden die Märchen in Italien und im Ausland rezipiert, welche Erzählforschende haben sich damit befasst, wie äussert sich darin der damalige Zeitgeist?  

 

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Organisateur

Organisateur de Erzählen bewegt - Seminarreihe von Januar - April 2027

Schweizerische Märchengesellschaft

Total: XX.XX CHF

Infos

Lieu:

Alters- und Pflegeheim Stadtpark Olten, Hagbergstrasse 33, Olten, CH

Liens vers l'événement

Organisateur

Erzählen bewegt - Seminarreihe von Januar - April 2027 est organisé par:

Schweizerische Märchengesellschaft