In dem Biopic «Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll» trifft der 18-jährige Scott Thorson (Matt Damon) auf den knapp 40 Jahre älteren Liberace (Michael Douglas): gefeierter Showpianist, TV-Star und Meister der Übertreibung. Liberace stand in Las Vegas für Extravaganz, schrille Auftritte in glitzernden Kostümen und ein Leben, das Luxus auf groteske Weise zelebriert. Scott wird sein Chauffeur – bootet den aktuellen Liebhaber aus und ist bald selbst verwöhnter Geliebter. Versteckt vor der Öffentlichkeit und geblendet vom Luxus will er die radikale Geltungssucht seines Angebeteten nicht wahrhaben. Zwischen Whirlpool und Juwelier geht eine Figur im narzisstischen Selbstgenuss und die andere in den Drogen verloren. Der Film thematisiert die gesellschaftliche Bigotterie, die den gefeierten Star dazu zwang, seine Homosexualität unter Prunk und Pomp zu verbergen und sie in der Öffentlichkeit nur in grotesker Verfremdung auszuleben. Gleichzeitig diente er dieser Gesellschaft als Fanal geheimer Sehnsüchte, denn bei seinen Konzerten konnte das Publikum das homosexuell konnotierte Weibliche im Männlichen begehren, ohne die eigene sexuelle Identität zu gefährden.Steven Soderbergh («Traffic», «Sex, Lügen und Video») erzählt diese tragische Geschichte mit scharfem Humor und viel
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In dem Biopic «Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll» trifft der 18-jährige Scott Thorson (Matt Damon) auf den knapp 40 Jahre älteren Liberace (Michael Douglas): gefeierter Showpianist, TV-Star und Meister der Übertreibung. Liberace stand in Las Vegas für Extravaganz, schrille Auftritte in glitzernden Kostümen und ein Leben, das Luxus auf groteske Weise zelebriert. Scott wird sein Chauffeur – bootet den aktuellen Liebhaber aus und ist bald selbst verwöhnter Geliebter. Versteckt vor der Öffentlichkeit und geblendet vom Luxus will er die radikale Geltungssucht seines Angebeteten nicht wahrhaben. Zwischen Whirlpool und Juwelier geht eine Figur im narzisstischen Selbstgenuss und die andere in den Drogen verloren. Der Film thematisiert die gesellschaftliche Bigotterie, die den gefeierten Star dazu zwang, seine Homosexualität unter Prunk und Pomp zu verbergen und sie in der Öffentlichkeit nur in grotesker Verfremdung auszuleben. Gleichzeitig diente er dieser Gesellschaft als Fanal geheimer Sehnsüchte, denn bei seinen Konzerten konnte das Publikum das homosexuell konnotierte Weibliche im Männlichen begehren, ohne die eigene sexuelle Identität zu gefährden.Steven Soderbergh («Traffic», «Sex, Lügen und Video») erzählt diese tragische Geschichte mit scharfem Humor und viel Zärtlichkeit: grell, aber nie klamaukig. Für die Produktion konnte er keines der grossen Studios gewinnen und der Film wurde schliesslich fürs TV produziert, was den ohnehin von Hollywood frustrierten Soderbergh dazu veranlasste, sich für Jahre aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen. Der Film erhielt 11 Auszeichnungen bei den Emmy-Awards.«… ein großartiger, hinreissender Auftritt …» (Susan Vahabzadeh, Süddeutsche Zeitung, 04.10.2013)
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