im Rahmen der Europäischen Sommeruniversität für Jüdische Studien
Bei Reisen im Mittelalter waren „all inclusive“ nur Mühen und Gefahren. Rechnet man Strecken und Stationen zusammen, zeigt sich, dass solche Reisen je nach Ziel oft mehrere Jahre dauerten. Dieser Aufwand dürfte einer der Gründe sein, warum einige Reisen, auch von Juden und Jüdinnen, ausführlich dokumentiert sind. Der Vortrag befasst sich zunächst mit Anlässen und Zielen solcher Reisen vom 9. bis zum 12. Jahrhundert. Dabei zeigt sich, dass es weit mehr Anlässe zu Reisen als nur Handel und Pilgerwesen gab. Überraschend wenig wird von schmerzenden Gliedern, schlechten Herbergen und üblen Zeitgenossen berichtet, dafür von allerlei Großartigkeiten und geschichtlichen Begebenheiten. Hier fragt der Vortrag nach Einstellungen, Erwartungen, Blicken, auch Strategien der Reisebewältigung, sucht also nach ethnographischen Elementen oder einfach „touristischen“ Attitüden. Schließlich in stichprobenartigem Vergleich mit Berichten christlicher und islamischer Reisender ausgelotet werden, welche Spezifika jüdischen Reisens im Mittelalter sich ausmachen lassen.
Prof. Dr. Johannes Heil
Der Historiker Johannes Heil (* 1961 in Frankfurt am Main) ist seit 2005 Inhaber der Ignatz-Bubis-Stiftungsprofessor für
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im Rahmen der Europäischen Sommeruniversität für Jüdische Studien
Bei Reisen im Mittelalter waren „all inclusive“ nur Mühen und Gefahren. Rechnet man Strecken und Stationen zusammen, zeigt sich, dass solche Reisen je nach Ziel oft mehrere Jahre dauerten. Dieser Aufwand dürfte einer der Gründe sein, warum einige Reisen, auch von Juden und Jüdinnen, ausführlich dokumentiert sind. Der Vortrag befasst sich zunächst mit Anlässen und Zielen solcher Reisen vom 9. bis zum 12. Jahrhundert. Dabei zeigt sich, dass es weit mehr Anlässe zu Reisen als nur Handel und Pilgerwesen gab. Überraschend wenig wird von schmerzenden Gliedern, schlechten Herbergen und üblen Zeitgenossen berichtet, dafür von allerlei Großartigkeiten und geschichtlichen Begebenheiten. Hier fragt der Vortrag nach Einstellungen, Erwartungen, Blicken, auch Strategien der Reisebewältigung, sucht also nach ethnographischen Elementen oder einfach „touristischen“ Attitüden. Schließlich in stichprobenartigem Vergleich mit Berichten christlicher und islamischer Reisender ausgelotet werden, welche Spezifika jüdischen Reisens im Mittelalter sich ausmachen lassen.
Prof. Dr. Johannes Heil
Der Historiker Johannes Heil (* 1961 in Frankfurt am Main) ist seit 2005 Inhaber der Ignatz-Bubis-Stiftungsprofessor für Geschichte, Religion und Kultur an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und seit 2012 Honorarprofessor der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Kunstgeschichte und Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt und wurde 1994 dort bei Johannes Fried im Fach Mittlere und Neuere Geschichte promoviert. Hinzu kommen Hebräisch- und Judaistikstudien in Frankfurt, Tel Aviv und Haifa. 2003 hat er sich bei Wolfgang Benz an der TU Berlin habilitiert. Danach war er Fellow an den Universitäten Madison (Wisconsin) und Notre Dame (Indiana). Berufen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die jüdische Geschichte am Übergang von der Antike zum Mittelalter, die Geschichte, Religion und Kultur der Juden in Europa in Mittelalter und früher Neuzeit, die ältere und moderne Historiographie zur Jüdischen Geschichte sowie die politischen, kulturellen und religiösen Aspekte der jüdisch-christlichen Beziehungen.
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