Eine musikalisch inszenierte, literarisch-philosophische Performance
«Die Augen der anderen, unsere Gefängnisse; ihre Gedanken, unsere Käfige». Dies schrieb die englische Schriftstellerin Virginia Woolf vor rund hundert Jahren. Um frei zu sein, müssten wir die Möglichkeit haben, allein zu sein.
Der Titel eines ihrer Bücher ist Programm: «Ein eigenes Zimmer». Virginia Woolf hatte dabei die Frauen im Blick, denen ein solcher Rückzugsort zu ihrer Zeit meist verwehrt blieb. Doch ihre Überlegungen reichen weit über diesen historischen Zusammenhang hinaus. Sie betreffen uns alle.
Unzählige Regeln, Rituale und Konventionen bestimmen unser Leben. Immer wieder geraten wir in Situationen und Zusammenhänge, in denen wir uns fragen: Ist das das Leben, das wir führen wollen?
Frei zu sein heisst nicht, all das für null und nichtig zu erklären, was uns einschränkt, oder alles abzustreifen, was uns bindet. Frei zu sein heisst vielmehr, zu erkennen, inwiefern Traditionen sowie die Meinungen und Erwartungen anderer uns davon abhalten, die Person zu werden, die wir sein möchten.
In einem eigenen Zimmer können wir unbeobachtet nachdenken, lesen, schreiben und in die Luft schauen. Hier können wir uns die Frage stellen, in welchen Situationen wir uns von den Gedanken anderer lösen, den Käfig
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Eine musikalisch inszenierte, literarisch-philosophische Performance
«Die Augen der anderen, unsere Gefängnisse; ihre Gedanken, unsere Käfige». Dies schrieb die englische Schriftstellerin Virginia Woolf vor rund hundert Jahren. Um frei zu sein, müssten wir die Möglichkeit haben, allein zu sein.
Der Titel eines ihrer Bücher ist Programm: «Ein eigenes Zimmer». Virginia Woolf hatte dabei die Frauen im Blick, denen ein solcher Rückzugsort zu ihrer Zeit meist verwehrt blieb. Doch ihre Überlegungen reichen weit über diesen historischen Zusammenhang hinaus. Sie betreffen uns alle.
Unzählige Regeln, Rituale und Konventionen bestimmen unser Leben. Immer wieder geraten wir in Situationen und Zusammenhänge, in denen wir uns fragen: Ist das das Leben, das wir führen wollen?
Frei zu sein heisst nicht, all das für null und nichtig zu erklären, was uns einschränkt, oder alles abzustreifen, was uns bindet. Frei zu sein heisst vielmehr, zu erkennen, inwiefern Traditionen sowie die Meinungen und Erwartungen anderer uns davon abhalten, die Person zu werden, die wir sein möchten.
In einem eigenen Zimmer können wir unbeobachtet nachdenken, lesen, schreiben und in die Luft schauen. Hier können wir uns die Frage stellen, in welchen Situationen wir uns von den Gedanken anderer lösen, den Käfig verlassen und neue, eigene Wege finden sollten.
Vera Bauer liest Auszüge aus «Ein eigenes Zimmer» von Virginia Woolf, David Goldzycher sorgt für die Musik – und Suzann-Viola Renninger ordnet das Gehörte philosophisch ein.
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