Was bedeutet es, eine Heimat zu verlieren – und was braucht es, um anderswo anzukommen? In ihrem Buch «Vom Herzasthma des Exils» blickt Ursula Krechel auf die Geschichte von Flucht, Migration und Exil: von den Hugenotten bis zu den Geflüchteten unserer Gegenwart. Sie erzählt von Menschen, die aufbrechen mussten, von Gesellschaften, die sie aufnehmen oder abweisen, und von den Spuren, die Exil hinterlässt. Dabei wird Migration nicht nur als politisches oder gesellschaftliches Phänomen sichtbar, sondern als zutiefst menschliche Erfahrung: als Verlust, als Neuanfang, als Suche nach Zugehörigkeit.
Im Gespräch mit Ursula Krechel fragen wir, was wir aus der Geschichte des Exils für die Gegenwart lernen können. Wie verändert Migration eine Gesellschaft? Was bedeutet «Ankommen» – für jene, die kommen, und für diejenigen, die bereits da sind? Und welche Geschichten erzählen wir, wenn wir über Migration sprechen?
Ursula Krechel ist am 29. Oktober zu Gast als Artist in Residence am SQUARE. Sie zählt zu den bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Ihre Werke sind geprägt von sprachlicher Präzision und historischer Tiefe. Im Zentrum stehen Fragen von Erinnerung, Exil, Gewalt, Feminismus und gesellschaftlicher Verantwortung. So eröffnet sie neue Perspektiven auf deutsche und europäische Geschichte.