Silvia Süess liest aus «Reden, um nicht zu ersticken»
Die Stiftung Pro Juventute rief 1926 unter dem Namen «Kinder der Landstrasse» ein Hilfswerk ins Leben, das bis 1973 über 600 jenische Kinder von ihren Familien trennte und sie in Heimen oder Pflegefamilien unterbrachte. Im Februar 2025 kommt ein Gutachten im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern zum Schluss, dass die mit Unterstützung der Behörden durchgeführte Verfolgung der Jenischen in der Schweiz ein «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» war. Das wegweisende Rechtsgutachten ist dem jahrzehntelangen Kampf der Betroffenen um Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu verdanken. Eine Betroffene ist Uschi Waser. Als Baby wurde sie, noch kein Jahr alt, ihrer jenischen Mutter weggenommen. Sie wuchs in unzähligen Heimen auf, wo sie Gewalt und Demütigung erlebte. Doch sie beschloss, nicht länger zu schweigen. Die Journalistin und Autorin Silvia Süess hat recherchiert und zusammen mit Uschi Waser deren bewegende Lebensgeschichte niedergeschrieben, eine Geschichte, die unter die Haut geht und niemanden kalt lässt.
Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg in Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus.