Opportunismus | Selbsttäuschung | Mitläufertum
«Biedermann und die Brandstifter» ist neben «Andorra» das bekannteste Drama Max Frischs. Erzählt wird vom Fabrikanten Biedermann und seiner Frau, in deren Stadt Brandstifter ihr Unwesen treiben, Häuser okkupieren und anzünden. Auch Biedermann erhält eines Tages Besuch von einem Fremden, zu dem sich bald noch ein zweiter gesellt. Sie nisten sich ein und verfolgen lustvoll einen Plan, der die Anschaffung von Petroleumfässern und Zündschnüren vorsieht. Dies tun sie direkt vor den Augen Biedermanns, der die Bedrohung nicht wahrhaben will. Wird Herr Biedermann ihnen am Ende noch die fehlenden Streichhölzer reichen, weil er der Wahrheit nicht ins Auge blicken will?
Max Frischs «Lehrstück ohne Lehre» ist ein böser, lustiger Streich, eine clowneske Zuspitzung. Vor ein paar Jahren hätte man nicht geglaubt, dass es heute wieder ein Zeitstück ist. Immer skrupelloser agieren Populist:innen, die sich als repräsentativ für «das Volk» verstehen und das demokratische Miteinander mit Füssen treten. Wie Biedermann verliert sich ein grosser Teil der «aufgeklärten» Gesellschaft trotz deutlicher Warnsignale in Schönfärberei und Verharmlosung. In der gelungenen Inszenierung von Elias Perrig spielt Biedermann eine genauso gefährliche Rolle wie die
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Opportunismus | Selbsttäuschung | Mitläufertum
«Biedermann und die Brandstifter» ist neben «Andorra» das bekannteste Drama Max Frischs. Erzählt wird vom Fabrikanten Biedermann und seiner Frau, in deren Stadt Brandstifter ihr Unwesen treiben, Häuser okkupieren und anzünden. Auch Biedermann erhält eines Tages Besuch von einem Fremden, zu dem sich bald noch ein zweiter gesellt. Sie nisten sich ein und verfolgen lustvoll einen Plan, der die Anschaffung von Petroleumfässern und Zündschnüren vorsieht. Dies tun sie direkt vor den Augen Biedermanns, der die Bedrohung nicht wahrhaben will. Wird Herr Biedermann ihnen am Ende noch die fehlenden Streichhölzer reichen, weil er der Wahrheit nicht ins Auge blicken will?
Max Frischs «Lehrstück ohne Lehre» ist ein böser, lustiger Streich, eine clowneske Zuspitzung. Vor ein paar Jahren hätte man nicht geglaubt, dass es heute wieder ein Zeitstück ist. Immer skrupelloser agieren Populist:innen, die sich als repräsentativ für «das Volk» verstehen und das demokratische Miteinander mit Füssen treten. Wie Biedermann verliert sich ein grosser Teil der «aufgeklärten» Gesellschaft trotz deutlicher Warnsignale in Schönfärberei und Verharmlosung. In der gelungenen Inszenierung von Elias Perrig spielt Biedermann eine genauso gefährliche Rolle wie die eigentlichen Brandstifter selbst – ein Aspekt, der uns auch im Hier und Jetzt durchaus berühren sollte.
18:45 Uhr | Einführung
Dauer: ca. 90 Min. ohne Pause
Alter: 14+
Sprache: Deutsch
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