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Alkohol, Abstinenz und die «Grüne Fee»

Alkohol, Abstinenz und die «Grüne Fee» Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern Billets

Credits: Seniorinnen- und Seniorenuniversität Luzern

Universität Luzern, Luzern (CH)

Trinken im Zeitalter der Industrialisierung

Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der Beizen und Kneipen stark zu. Der Alkoholverbrauch stieg nicht nur stetig an, er breitete sich auch auf neue Volksschichten aus. In ärmeren Arbeiterfamilien richtete vor allem der Kartoffelschnaps grossen Schaden an. Dagegen formierten sich Abstinenzbewegungen, zuerst in religiös-moralischer Mission, dann in fürsorglichen Frauenaktionen, schliesslich in der freikirchlichen Organisation des Blauen Kreuzes. In den 1880er-Jahren begann die Eidgenossenschaft das Monopol auf Branntwein zu beanspruchen und den Umgang mit Alkohol zu regulieren; 1933 wurde ein einigermassen umfassendes Alkoholgesetz eingeführt. Es war aber ein langer Weg, bis sich das «Elendstrinken» zu einem «Wohlstandstrinken» wandelte. In den Zeiten drängender Prohibition geriet besonders der Absinth ins politische Visier. Er war in der Romandie beheimatet und wurde von der Pariser Bohème verehrt. Den um 1830 in Algerien kämpfenden französischen Soldaten wurde dieser Wermutstropfen täglich als Medizin verabreicht. Das Familiendrama in Commugny VD von 1905 führte dazu, dass besagter Likör wegen einer Volksinitiative landesweit als teuflischer Giftsaft verboten wurde. Für fast 100 Jahre konnte dieses Kultgetränk nur noch illegal produziert

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Trinken im Zeitalter der Industrialisierung

Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der Beizen und Kneipen stark zu. Der Alkoholverbrauch stieg nicht nur stetig an, er breitete sich auch auf neue Volksschichten aus. In ärmeren Arbeiterfamilien richtete vor allem der Kartoffelschnaps grossen Schaden an. Dagegen formierten sich Abstinenzbewegungen, zuerst in religiös-moralischer Mission, dann in fürsorglichen Frauenaktionen, schliesslich in der freikirchlichen Organisation des Blauen Kreuzes. In den 1880er-Jahren begann die Eidgenossenschaft das Monopol auf Branntwein zu beanspruchen und den Umgang mit Alkohol zu regulieren; 1933 wurde ein einigermassen umfassendes Alkoholgesetz eingeführt. Es war aber ein langer Weg, bis sich das «Elendstrinken» zu einem «Wohlstandstrinken» wandelte. In den Zeiten drängender Prohibition geriet besonders der Absinth ins politische Visier. Er war in der Romandie beheimatet und wurde von der Pariser Bohème verehrt. Den um 1830 in Algerien kämpfenden französischen Soldaten wurde dieser Wermutstropfen täglich als Medizin verabreicht. Das Familiendrama in Commugny VD von 1905 führte dazu, dass besagter Likör wegen einer Volksinitiative landesweit als teuflischer Giftsaft verboten wurde. Für fast 100 Jahre konnte dieses Kultgetränk nur noch illegal produziert werden.

Dr. phil. Paul Bernet studierte Geschichte, Französisch und Philosophie an den Universitäten Basel und Genf. Bis zu seiner Pensionierung unterrichtete er an der Kantonsschule Seetal. Regelmässige Schreib-, Forschungs- und Vortragstätigkeit.

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Organisateur

Seniorinnen- und Seniorenuniversität Luzern

Total: XX.XX CHF

Infos

Lieu:

Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, Luzern, CH

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