Gartenträume-Rundgang mit dem Gehdichter Christian Kaiser.
«O, es gibt Träume, die ganz dunkelgrün sind, von Spuren Rot durchzogen, von Blau umsäumt, so, als sei unser Denken und Dichten blau, unser besseres Wollen rot und unser Leben unaussprechlich grün. Ja, Grün ist - Leben, Grün ist Lieben. Es missfällt oft. Es entzückt und entsetzt zu gleicher Zeit, und es wird von Tag zu Tag wilder und üppiger.» (Robert Walser: Grün I)
DichterInnen - und KünstlerInnen überhaupt - neigen seit jeher zu grünlichem Pathos, wenn sie sich tagträumend im Garten-, Wald- oder Parkgrün verlieren. Hier beschreibt Robert Walser das Leben als immergrünen Urwald, der zum täglich undurchdringlicheren Dickicht wird. Walser war ein Spaziergänger, der spazierend, sinnierend und schreibend sein Innerstes umkreist und sich ihm annäherte. Die Grenzen zwischen Aussen und Innen lösen sich auf einem solchen Tauchgang durchs Grün auf, wie sich sowieso bei langen Gängen traumwandlerisch das Bewusstsein erweitert; es entsteht entspannte LAufmerksamkeit, Halluzination (P. Nizon), Rausch (W. Benjamin), ein DichtDickIch (Kaiser ;-)
Meinem ersten Gedichtband «BorkenKäferFrassSpuren», der mir eine Einladung an die Solothurner Literaturtage eingebracht hatte, habe ich ein Walserzitat vorangestellt und im Untertitel
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Gartenträume-Rundgang mit dem Gehdichter Christian Kaiser.
«O, es gibt Träume, die ganz dunkelgrün sind, von Spuren Rot durchzogen, von Blau umsäumt, so, als sei unser Denken und Dichten blau, unser besseres Wollen rot und unser Leben unaussprechlich grün. Ja, Grün ist - Leben, Grün ist Lieben. Es missfällt oft. Es entzückt und entsetzt zu gleicher Zeit, und es wird von Tag zu Tag wilder und üppiger.» (Robert Walser: Grün I)
DichterInnen - und KünstlerInnen überhaupt - neigen seit jeher zu grünlichem Pathos, wenn sie sich tagträumend im Garten-, Wald- oder Parkgrün verlieren. Hier beschreibt Robert Walser das Leben als immergrünen Urwald, der zum täglich undurchdringlicheren Dickicht wird. Walser war ein Spaziergänger, der spazierend, sinnierend und schreibend sein Innerstes umkreist und sich ihm annäherte. Die Grenzen zwischen Aussen und Innen lösen sich auf einem solchen Tauchgang durchs Grün auf, wie sich sowieso bei langen Gängen traumwandlerisch das Bewusstsein erweitert; es entsteht entspannte LAufmerksamkeit, Halluzination (P. Nizon), Rausch (W. Benjamin), ein DichtDickIch (Kaiser ;-)
Meinem ersten Gedichtband «BorkenKäferFrassSpuren», der mir eine Einladung an die Solothurner Literaturtage eingebracht hatte, habe ich ein Walserzitat vorangestellt und im Untertitel «Ausflüge in die Zeichenflora und Sprachfauna eines Gehdichters» angekündigt. Nun nehme ich das Publikum mit auf einen Gartenträume-Rundgang durch den TraumGarten der von Meiss', den ich schon in den vergangenen Jahren regelmässig lyrisch bespielen durfte.
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