Zwei Filme, über fünf Jahrzehnte voneinander getrennt, vermessen dieselbe Fischfabrik. Das Kultwerk Man and Factory von Þorgeir Þorgeirsson vermittelt Entfremdung und Arbeitsrealität. In Mannvirki von Gústav Geir Bollason wird die verlassene Fabrik zum Möglichkeitsraum im Klimanotstand.
Zu Gast ist der Filmemacher Gústav Geir Bollason.
Den Ausgangspunkt bildet Maður og verksmiðja / Man and Factory (1967) von Þorgeir Þorgeirsson, ein Schlüsselwerk des isländischen Kinos. Was als Auftragsdokumentation begann, wurde zu einer radikalen Studie über Arbeit, Monotonie und Entfremdung. Ohne Kommentar oder Musik entfalten die Bilder eine eindringliche physische Wirkung – ein stilles, aber umso kraftvolleres Porträt industrieller Realität.
Mehr als fünfzig Jahre später setzt Mannvirki (2023) von Gústav Geir Bollason genau an diesem Ort an – nun als Ruine, als Überbleibsel einer vergangenen Zeit. Inmitten einer vom Klima gezeichneten Welt wird die verlassene Fabrik zum Experimentierraum: für neue Lebensformen, für Gemeinschaft, für ein anderes Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Architektur.
TEIL III VON ICELAND EXPERIMENTAL AM VIDEOEX.
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