Die Tradition der Solothurner Bildhauerkunst beginnt mit Gregor Bienckher (ca. 1587-1629) in der frühen Barockzeit. Der in Attiswil getaufte und später in Solothurn eingebürgerte Bildhauer und Baumeister war einer der ersten, die den schwierig zu bearbeitenden Solothurner Stein zähmen konnten. Er schuf neben einfachen Maurerarbeiten auch Ausschmückungen, Fassaden und Skulpturen, die andere Steinbildhauer nur in wesentlich weicheren Gesteinsarten herstellen konnten. Ein künstlerischer Höhepunkt seines Schaffens ist der Archivturm des Solothurner Rathauses (1623/24), bei dem er als Baumeister wirkte. Darüber hinaus führte er hier auch dekorative Steinarbeiten aus. Als eindrücklichstes Einzelwerk Bienckhers gilt die Figur des Stadtpatrons St. Urs, die bis 1953 über dem Durchgang des Bieltors befand und heute im Steinmuseum zu sehen ist. Sie ist ein einzigartiges Meisterwerk in Solothurner Kalkstein. Ebenso zur Lebensrealität jener Zeit gehört der frühe Tod des in der Stadt sehr angesehenen Bienckhers: 1629 fiel er im Alter von 42 Jahren der Pest zum Opfer.
Der Rundgang begibt sich auf die Spuren von Gregor Bienckher an verschiedenen Orten der Altstadt und bietet einen Einblick in das Leben eines Handwerksmeisters im frühen Barock.
Führung mit Alexander Rechsteiner, Präsident Solothurner Steinfreunde