Er ist Professor mit linker Vergangenheit, sie Publizistin der Neuen Rechten. Auf den ersten Blick scheint sie wenig zu verbinden. Doch die beiden Protagonist*innen dieses Abends sind ein Liebespaar. Mit schwarzem Humor, kalkuliertem Spiel und zahlreichen Triggerwarnungen zeichnet diese «Dokufiktion» ein Familienporträt, das die Zerrissenheit der Gesellschaft zwischen links und rechts verdeutlicht – ein Garant für Diskussionsstoff.
Die umjubelte und zugleich kontrovers diskutierte Produktion eröffnet das diesjährige Festival: Josse De Pauw und Kristien De Proost verkörpern ein Paar, das von einem realen Vorbild inspiriert ist – der Beziehung zwischen einem linken Kulturtheoretiker und einer Autorin der Neuen Rechten. Three Times Left is Right ist ein riskanter Dialogversuch in Zeiten wachsender Polarisierung und zeigt, wie leicht die moralische Kompassnadel ins Trudeln geraten kann.
Julian Hetzel entwickelt daraus ein provokantes Zwei-Personen-Stück, das weltpolitische Fragen an den Küchentisch verlegt. Der Abend entwickelt sich zunehmend zu einem schonungslosen Duell über politische Überzeugungen, familiäre Nähe und gesellschaftliche Brüche – eine Gratwanderung zwischen Nähe und Konflikt, zwischen Verständnis und Unvereinbarkeit.