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13

Sonntag

Palmsonntag: BACH-Passion im Basler Münster

Palmsonntag: BACH-Passion im Basler Münster Basler Münster, Münsterplatz 9, 4051 Basel Tickets

Credits: Ola Renska/Eric Schmidt

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Basler Münster, Basel (CH)

„Eine Passion namens Bach“ titelte „Die Zeit“ in ihrer Osterausgabe 2018: „Kein Komponist war wichtiger als Johann Sebastian Bach. Selbst für Menschen, die nicht an Gott glauben, geht plötzlich der Himmel auf,“ heisst es dort. Für Münsterorganist Andreas Liebig ein Hinweis darauf, warum sich die Reihe „BACH in BASEL“ im Basler Münster so grossen Zuspruchs erfreut. „Denn Bachs Musik im einzigartigen Klangraum Münster mit seiner wunderbaren Architektur erleben zu können, ist vielen Besuchern Erquickung für die Seele, und das brauchen wir in stürmischen Zeiten wie diesen umso nötiger“ erläutert er.

Drei Hauptwerke Bachs, die Praeludien und Fugen a-moll BWV 543 und e-moll BWV 548 und die hochdramatische Fantasia et Fuga g-moll BWV 542 tragen auch dieses Jahr säulengleich das grosse traditionelle Passionskonzert an Palmsonntag im Basler Münster. In der g-moll Phantasie, einem Hauptwerk des sog. Stylus phantasticus, mit ihren stürmisch-drängenden rezitativischen Passagen im Wechsel mit zwei innig flehenden Fugato Abschnitten unterstreicht die schmerzlich-dissonante, chromatisch angereicherte Harmonik den Charakter einer Invokation, einer eindringlichen Anrufung. Dann entlädt sich die angestaute Spannung in der virtuos kraftvollen Fuge über ein niederländisches Volkslied. Wollte man

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„Eine Passion namens Bach“ titelte „Die Zeit“ in ihrer Osterausgabe 2018: „Kein Komponist war wichtiger als Johann Sebastian Bach. Selbst für Menschen, die nicht an Gott glauben, geht plötzlich der Himmel auf,“ heisst es dort. Für Münsterorganist Andreas Liebig ein Hinweis darauf, warum sich die Reihe „BACH in BASEL“ im Basler Münster so grossen Zuspruchs erfreut. „Denn Bachs Musik im einzigartigen Klangraum Münster mit seiner wunderbaren Architektur erleben zu können, ist vielen Besuchern Erquickung für die Seele, und das brauchen wir in stürmischen Zeiten wie diesen umso nötiger“ erläutert er.

Drei Hauptwerke Bachs, die Praeludien und Fugen a-moll BWV 543 und e-moll BWV 548 und die hochdramatische Fantasia et Fuga g-moll BWV 542 tragen auch dieses Jahr säulengleich das grosse traditionelle Passionskonzert an Palmsonntag im Basler Münster. In der g-moll Phantasie, einem Hauptwerk des sog. Stylus phantasticus, mit ihren stürmisch-drängenden rezitativischen Passagen im Wechsel mit zwei innig flehenden Fugato Abschnitten unterstreicht die schmerzlich-dissonante, chromatisch angereicherte Harmonik den Charakter einer Invokation, einer eindringlichen Anrufung. Dann entlädt sich die angestaute Spannung in der virtuos kraftvollen Fuge über ein niederländisches Volkslied. Wollte man Praeludium et Fuga e-moll BWV 548 als Sinnbild für den Kampf mit dem Drachen sehen, so verbindet die Fuge in bei Bach einzigartiger Weise das virtuose Concerto mit einer strengen Fuge, wobei die wörtliche Bedeutung von „concertare“ (kämpfen) in besonders plastischer Weise zum Ausdruck kommt.

Dazu kontrastierend singt die international preisgekrönte Sopranistin Gudrun Sidonie Otto, die im Münster wiederholt mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, die beiden Bach-Arien „Aus Liebe will mein Heiland sterben“ aus der Matthäuspassion und „Zerfliesse, mein Herze“ aus der Johannispassion.

Aus den Passionschorälen von Bachs „Orgelbüchleins“, das weitgehend Bachs Weimarer Jahren (1708-1717) entstammt, ragt das innige Vorspiel „O Mensch, bewein dein’ Sünde gross“ BWV 622 hervor. Mit seiner reichen Colorierung des gegebenen Cantus firmus und seinen avancierten Harmonien ist es eines seiner ausdrucksvollsten, ein Beispiel par excellence für die hohe Kunst der Verzierung. Nach dem Bach-Forscher Hermann Keller zufolge vergeistigt Bach „diese Technik zu einer tiefinnerlichen Meditation über das Lied. ... Es ist wie ein Gedicht zu sprechen, jede Note ist hier beseelt." Dabei indizieren die Tempovorschrift „adagio assai" und ihre Steigerung „adagissimo" (wohl an dem Kreuze lange) große emotionale Innerlichkeit: BACH-PASSION!

Gudrun Sidonie Otto gehört zu den vielseitigsten Sopranistinnen ihrer Generation und begeistert mit ihrem „hellfemininen Edeltrimbe“ (FonoForum) und „ihrem frischen und zugleich warmen Sopran“ (Opernglas) an bedeutenden Opernhäusern und Festivals weltweit, u.a. Komische Oper Berlin, Staatsoper Hannover, Staatstheater Nürnberg, Theater Würzburg, Theatre de Picardie, Grand Opera Luxembourg und Opéra National du Rhin Strasbourg unter Dirigenten wie N. Marriner, R. Gritton, H. Rilling, Th. Guschlbauer, Th. Hengelbrock, E. zu Guttenberg, P. Gülke, L. Güttler und Kl. Stok. 1. Preis Kammeropern-Wettbewerb Schloss Rheinsberg (2007). Bis 2006/07 Festengagement an den Landesbühnen Sachsen. Neben CDs mit Alter Musik vielbeachtete Solo-CDs mit Telemann und Mendelssohn. Nach Theologiestudium an der Universität Basel wirkt sie gleichzeitig auch als Pfarrerin in Binningen-Bottmingen bei Basel für die Verbindung von Kultus & Kultur.  www.sidonie.one

Andreas Liebig ist seit 2014 Münsterorganist in Basel. Nach Lehrtätigkeiten in Lübeck und Oslo leitete er 2013–2015 die Orgelklasse des Tiroler Landeskonservatoriums in Innsbruck. Seit 2018 an der Musikhochschule Freiburg. Kirchenmusikstudium in Herford, 1983–1989 Hauptfach Orgel-, Klavier- und Musiktheorie in Stuttgart u. a. bei L. Lohmann und H. Lachenmann. Weiterbildung in Köln, Paris, Wien, Lübeck und Freiburg bei M. Schneider, D. Roth, H. und M. Haselböck, Zs. Szathmáry sowie bei S. Celibidache in Mainz. 1988 1. Preise Orgelwettbewerbe in Dublin und Odense. Rege Konzerttätigkeit, CD-, Radio- und TV-Aufnahmen. Meisterkurse in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Jury-Mitglied internationaler Wettbewerbe. www.basler-muensterkonzerte.ch

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Veranstalter:in

Andreas Liebig

Vorverkauf

Eintritt frei - Kollekte am Ausgang

Total: XX.XX CHF

Infos

Ort:

Basler Münster, Münsterplatz 9, Basel, CH