Die eröffnenden Worte des Psalms 130 «De Profundis clamavi» («Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir») stehen als Motto über diesem Konzertprogramm, mit dem wir uns auf eine Reise durch dreihundert Jahre französischer Trauermusik begeben.
Mit Ausschnitten aus Jean-Joseph Cassanéa de Mondonvilles (1711-1772) Vertonung jenes berühmten Busspsalms setzen wir im französischen Spätbarock ein. In der Tradition der höfischen Grands Motets stehend, lebt diese zupackende Ausdeutung des Psalmtextes von ihrer klanglichen Opulenz und einer höchst sinnlichen Melodieführung.
Während Mondonville seine Motette 1748 zum Ende des acht Jahre dauernden, europaweiten Österreichischen Erbfolgekriegs schreibt, komponiert Maurice Duruflé (1902-1986) sein Requiem Op. 9 inmitten der Gräuel des Zweiten Weltkriegs. Duruflé kombiniert in diesem ergreifenden Werk gregorianische Choralmelodien mit den differenzierten Klangfarben des französischen Impressionismus. Es ist eine über weiteste Strecken leise und intime Musik, die Trost und Zuversicht im Wüten der Welt spendet.
In verwandten musikalischen Gefilden bewegt sich auch Lili Boulangers (1893-1918) Vertonung des Pie Jesu aus der lateinischen Totenmesse für eine Gesangsstimme, Orgel, Harfe und Streichinstrumente. Boulanger schuf dieses berückende Kleinod nur
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Die eröffnenden Worte des Psalms 130 «De Profundis clamavi» («Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir») stehen als Motto über diesem Konzertprogramm, mit dem wir uns auf eine Reise durch dreihundert Jahre französischer Trauermusik begeben.
Mit Ausschnitten aus Jean-Joseph Cassanéa de Mondonvilles (1711-1772) Vertonung jenes berühmten Busspsalms setzen wir im französischen Spätbarock ein. In der Tradition der höfischen Grands Motets stehend, lebt diese zupackende Ausdeutung des Psalmtextes von ihrer klanglichen Opulenz und einer höchst sinnlichen Melodieführung.
Während Mondonville seine Motette 1748 zum Ende des acht Jahre dauernden, europaweiten Österreichischen Erbfolgekriegs schreibt, komponiert Maurice Duruflé (1902-1986) sein Requiem Op. 9 inmitten der Gräuel des Zweiten Weltkriegs. Duruflé kombiniert in diesem ergreifenden Werk gregorianische Choralmelodien mit den differenzierten Klangfarben des französischen Impressionismus. Es ist eine über weiteste Strecken leise und intime Musik, die Trost und Zuversicht im Wüten der Welt spendet.
In verwandten musikalischen Gefilden bewegt sich auch Lili Boulangers (1893-1918) Vertonung des Pie Jesu aus der lateinischen Totenmesse für eine Gesangsstimme, Orgel, Harfe und Streichinstrumente. Boulanger schuf dieses berückende Kleinod nur wenige Wochen vor ihrem viel zu frühen Tod, im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs.
Amadeus Chor Bern
Orchestra arte frizzante
Anne-Sophie Grossen, Sopran
Désirée Mori, Mezzosopran
Tiziano Martini, Bariton
Lee Stalder, Orgel
Leitung: Moritz Achermann
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