The Deer’s Cry ist ein dunkles, meditatives A-Capella-Stück von Arvo Pärt – und als Programm desOratorienchors im Frühjahr 2026 eine musikalischer Brückenschlag von der italienischen Renaissancein unsere Gegenwart.
Wie Felice Anerio, Nachfolger des grossen Palestrina als ‚Compositore‘ der römischen Kapelle(Christus factus est) und sein in vielem so gegensätzlicher Zeitgenosse Carlo Gesualdo deVenosa (Ecce vidimus eum) im 16. Jahrhundert, hat auch der Pole Pawel Lukaszewski (*1968) Musikfür die heiligen Offizien der Woche vor Ostern geschrieben, in denen die Passionsgeschichteliturgisch erinnert und besungen wird. Sein O Vos Omnes schliesst in vielem an die Renaissance-Komponisten an und steht zugleich in der Tradition polnischer Sakralmusik, die er mitzeitgenössischen Klängen weiterschreibt.
The Deer’s Cry und Pärts Frauenchor Peace Upon You Jerusalem erweitern das Programm inhaltlichund öffnen es weiter in Richtung Nord-Ost. Von Estland, der Heimat Pärts, einem dereinflussreichsten Komponisten der letzten 50 Jahre, ist es nicht mehr weit bis zur finnischenKomponistin Katia Saariaho. Aus ihren Papillons für Violoncello solo erklingen drei Sätze, in denenÜbergänge ins Immaterielle, wenn auch ganz ohne Kirche, so doch nicht minder intensiv Musikwerden. Sie bilden zusammen mit
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The Deer’s Cry ist ein dunkles, meditatives A-Capella-Stück von Arvo Pärt – und als Programm desOratorienchors im Frühjahr 2026 eine musikalischer Brückenschlag von der italienischen Renaissancein unsere Gegenwart.
Wie Felice Anerio, Nachfolger des grossen Palestrina als ‚Compositore‘ der römischen Kapelle(Christus factus est) und sein in vielem so gegensätzlicher Zeitgenosse Carlo Gesualdo deVenosa (Ecce vidimus eum) im 16. Jahrhundert, hat auch der Pole Pawel Lukaszewski (*1968) Musikfür die heiligen Offizien der Woche vor Ostern geschrieben, in denen die Passionsgeschichteliturgisch erinnert und besungen wird. Sein O Vos Omnes schliesst in vielem an die Renaissance-Komponisten an und steht zugleich in der Tradition polnischer Sakralmusik, die er mitzeitgenössischen Klängen weiterschreibt.
The Deer’s Cry und Pärts Frauenchor Peace Upon You Jerusalem erweitern das Programm inhaltlichund öffnen es weiter in Richtung Nord-Ost. Von Estland, der Heimat Pärts, einem dereinflussreichsten Komponisten der letzten 50 Jahre, ist es nicht mehr weit bis zur finnischenKomponistin Katia Saariaho. Aus ihren Papillons für Violoncello solo erklingen drei Sätze, in denenÜbergänge ins Immaterielle, wenn auch ganz ohne Kirche, so doch nicht minder intensiv Musikwerden. Sie bilden zusammen mit Auszügen aus Signs, Games and Messages von György Kurtag undzwei Solo-Werken für Viola d’amore aus den Jahren der plötzlichen Hochkonjunktur diesesspannenden Instruments um 1700 den zweiten, instrumentalen Schwerpunkt des Programms.
Zum Auftakt und am Schluss schliesslich erklingen die neuesten Werke, geschrieben von den beidenjüngsten Komponisten, beide im Jahr 2012. In ihnen machen Chor und Instrumente gemeinsameSache: Ola Gjeilo, Serenity/O Magnum mysterium und Erik Ešenvalds, In Paradisum.
Quelle:
thurgaukultur.ch - das Kulturportal für den Thurgau, mit Terminen, Themen & Menschen, die zu reden geben.
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