5. März 1944: In Cremenaga, einem kleinen Dorf an der italienisch-schweizerischen Grenze, wird der Schreiner Giuseppe Vaglio von der deutschen SS verhaftet. Er hat Juden und verletzten Partisanen geholfen, den Grenzfluss Tresa zu überqueren und sich in die Schweiz zu retten.
Am 6. Juli 1945, sechzehn Monate nach seiner Verhaftung, kehrt Giuseppe zurück: verwundet, abgemagert, auf einem Ohr taub. Bis an sein Lebensende schweigt Giuseppe – er ist der Grossvater von Fabio Andina – über das, was er erlebt hat.
Fabio Andina (*1972 in Lugano) studierte Filmwissenschaften in San Francisco. Sein Roman «Tage mit Felice» erschien 2020 auf Deutsch und wurde mehrfach ausgezeichnet. 2021 folgten der zweisprachige Prosaband «Tessiner Horizonte – Momenti Ticinesi» und 2023 der Roman «Davonkommen».
Karin Diemerling hat in Mainz, Hamburg und Florenz Germanistik und Romanistik studiert und übersetzt seit rund 25 Jahren aus dem Englischen und Italienischen.
Mit Übersetzung: Karin Diemerling (Übersetzerin des Romans)
Moderation: Karsten Redmann