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Nov

18

18.11. - 20.11.

TanzPlan Ost 2020

TanzPlan Ost 2020 Lokremise Tickets
Beginn:
Lokremise, St. Gallen

TanzPlan Ost – die Peripherie als Ort radikaler Offenheit

Alle zwei Jahre zeigt TanzPlan Ost auf diversen Bühnen der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein einen Querschnitt durch die aktuellen Bewegungen des zeitgenössischen Tanzgeschehens und verknüpft relevanten Themen mit Kulturpolitik. So beschäftigt sich die diesjährige Ausgabe mit dem Thema der Peripherie und rückt damit den Rand ins Zentrum.

 

14. November - Tanzfestival Winterthur ZH
18. - 20. November - Lokremise St. Gallen SG
21. November - TanzRaum Herisau AR
27. - 29. November - Tanzhaus Zürich ZH
2. Dezember - Gasometer Triesen FL 
4. Dezember - Kammgarn West Schaffhausen SH
5. Dezember - Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell AI
10. Dezember - Phönix Theater / Steckborn TG

 

Die Beziehung zwischen Peripherie und Zentrum ist ein komplexes Spannungsfeld, geprägt durch ungleiche Machtverhältnisse. Oft konzentriert sich Macht bei einer Minderheit im Zentrum und macht die Mehrheit am Rand vergessen. Auch Tanzschaffende bekommen dies zu spüren. So verfügen grosse Zentren über ein Mehrfaches an Kulturbudgets im Vergleich zu den Randregionen. Die aktuellen Herausforderungen – sei es die Coronakrise, die

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TanzPlan Ost – die Peripherie als Ort radikaler Offenheit

Alle zwei Jahre zeigt TanzPlan Ost auf diversen Bühnen der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein einen Querschnitt durch die aktuellen Bewegungen des zeitgenössischen Tanzgeschehens und verknüpft relevanten Themen mit Kulturpolitik. So beschäftigt sich die diesjährige Ausgabe mit dem Thema der Peripherie und rückt damit den Rand ins Zentrum.

 

14. November - Tanzfestival Winterthur ZH
18. - 20. November - Lokremise St. Gallen SG
21. November - TanzRaum Herisau AR
27. - 29. November - Tanzhaus Zürich ZH
2. Dezember - Gasometer Triesen FL 
4. Dezember - Kammgarn West Schaffhausen SH
5. Dezember - Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell AI
10. Dezember - Phönix Theater / Steckborn TG

 

Die Beziehung zwischen Peripherie und Zentrum ist ein komplexes Spannungsfeld, geprägt durch ungleiche Machtverhältnisse. Oft konzentriert sich Macht bei einer Minderheit im Zentrum und macht die Mehrheit am Rand vergessen. Auch Tanzschaffende bekommen dies zu spüren. So verfügen grosse Zentren über ein Mehrfaches an Kulturbudgets im Vergleich zu den Randregionen. Die aktuellen Herausforderungen – sei es die Coronakrise, die Flüchtlingspoltik oder die Klimaerwärmung – führen vor Augen, dass marginalisierte Menschen in wichtige Entscheide nicht einbezogen werden. Nach diesem Verständnis bezeichnet die Peripherie ein Ort der Unterdrückung und Machtlosigkeit. Die Autorin und Aktivistin Bell Hooks hingegen sieht die Peripherie als ein Ort radikaler Offenheit. Erst die Perspektive aus dem Rand ermöglicht uns, radikale Alternativen zu erdenken und uns neue Welten vorzustellen. So nährt der Rand unsere Fähigkeit zum Widerstand und stellt den scheinbaren Glanz des Zentrums in den Schatten.

Die TanzPlan Ost Künstler*innen 2020 bewegen sich in diesem kreativen Rand. Sie schauen genau hin, exponieren sich mit ihrer Verletzlichkeit und geben denjenigen am Rande der Gesellschaft eine Stimme.

Das diesjährige Programm besteht aus 6 Stücken, davon 2 Koproduktionen, welche sich auf unterschiedliche Art mit der Beziehung zwischen Rand und Zentrum und dem verbundenen Thema der Macht beschäftigen. 

Die Koproduktion «Masque-et-toi» der Kompanie HorizonVertical adressiert die Frage sehr direkt. Das Stück erzählt eine Metamorphose vom König zum Dichter und untersucht dabei den Umgang mit Macht dieser Figur in den drei Aspekten Kontrolle, Unterwerfung und Widerstand.

Das St. Galler Duo Juliette Uzor/Sebastian Ryser, ebenfalls koproduziert, wählen hingegen eine persönliche und zugleich abstrakte Herangehensweise und untersuchen die Spannung zwischen Gleichheit und Verschiedenheit – gespiesen aus ihren Erfahrungen als Zwillinge – und verknüpfen diese mit gesellschaftspolitischen Fragen.

Die international aufstrebende Choreografin Reut Shemesh (mit «LEVIAH» in TanzPlan Ost 2016) kommt wieder in die Ostschweiz zurück und bringt ein persönliches sowie kontroverses Thema auf die Bühne: Jüdische Frauen, orthodoxe und säkulare, fragen nach ihrem Platz in der Gesellschaft – zwischen Einbindung in der Gemeinschaft und Vorurteilen von aussen.

Das neue Tanzkollektiv The Field thematisiert mit «To Those Who Wait» die Macht der Digitalisierung und schenkt uns einen Moment der Entschleunigung. 

Die eigenwillige Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann rückt seit Jahren gesellschaftliche Randthemen ins Zentrum der Aufmerksamkeit und zeigt mit dem Musiker Beat Keller ihre berührende Arbeit «ich esse deinen schatten», welche die archaische Grundkonstitution des Menschen, einem von Affekten, Sehnsucht und Gier getriebenem Wesen, beleuchtet. 

Cosima Grand liefert sich der brutalen Macht der Sprache aus, lässt sich von Sätzen bewegen, bis sie sich nur noch an ihren Fragmenten abarbeitet. 

Der diesjährige Choreorgrafiepreis der SSA geht an Elenita Queiróz mit ihrem Stück «48 seconds», welches um die Themen Migration, Anpassung und Zugehörigkeit in einer mobilen Gesellschaft kreist.

Um die Peripherie und das Zentrum auch effektiv tänzerisch zu verbinden, laden wir den renommierten Genfer Choreografen und Tänzer Foofwa d’Imobilité mit seinem innovativen Format «Dancewalk» zum ersten Mal in die Ostschweiz ein, welcher Regionen tanzend begeht und Menschen verbindet. Foofwa d’Imobilité entwickelt für TanzPlan Ost den «Dancewalk – Am Rand», bestehend aus drei Teilen, die unsere Spielorte – peripher und zentral – tänzerisch verbinden. Zünder mehrerer Bewegungen ist ein erster Dancewalk, der Foofwa gemeinsam mit den TanzPlan Ost-Künstler*innen und -Botschafter*innen vom Klöntal nach Glarus bringt. Während sich Foofwa d'Imobilité von diesem Ausgangspunkt in einem 5-tägigen Dancewalk zu unserem Premierenort St. Gallen bewegt, führen die Botschafter*innen je eine Kompanie in ihre Region mit einem lokalen Dancewalk. TanzPlan Ost lädt ein dabeizusein, live auf der Strasse und im Netz (www.facebook.com/tanzplanost) oder als Zuschauer an der Eröffnung mit der Performance «Dancewalk – Retroperspectives», ein Rückblick aller Dancewalks der letzten 5 Jahre, inkl. TanzPlan Ost.

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Wochentag, Datum, Zeit
Mittwoch, 18.11.2020, 19:30 Uhr Tickets
Donnerstag, 19.11.2020, 19:30 Uhr Tickets
Freitag, 20.11.2020, 19:30 Uhr Tickets
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