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Feb

11

Montag

Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung

Der Kaiser von Atlantis ruft den totalen, angeblichsegensreichen Krieg aller gegen alle aus – einen Feldzug, bei dem das Böse im Land in Verwertungsanstalten ausgerottet werden soll. Doch er hat nicht mit dem Tod gerechnet, der beschliesst, bei so einer sinnlosen Schlacht nicht mitzumachen und niemanden mehr sterben lässt. So versinkt das Reich in Chaos, bis der Tod seine Bedingung nennt: Er kehrt zurück, wenn der Kaiser bereit ist, als Erster zu sterben. Nicht zufällig erinnert diese Geschichte an die menschenverachtenden Ver- brechen der Nationalsozialisten. 1943/1944 im KZ Theresienstadt entstanden, ist das Stück eine offenkundige Parabel über die NS-Diktatur. Die beiden Urheber, Viktor Ullmann und Peter Kien, wurden im Herbst 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet, sodass sie beide die spätere Uraufführung nicht mehr erlebten. Mit überdreht traurigem Humor, musikalischer Schwerelosigkeit, tänzerischen Rhythmen und bekannten Melodien hinterlassen uns die beiden einen "Markstein des geistigen Widerstands": eine einstündige, zeitlose Mahnung gegen Kriegstreiber und Massenmörder bis in die heutige Zeit.

Infos

Ort:

Theater Basel | Foyer Grosse Bühne, Elisabethenstrasse 16, Basel, CH

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