In aller Grossartigkeit blieb Bach stets bodenständig und neigte an sich kaum zur kompositorischen Hybris. Doch der von ihm 1729 in der Sinfonia zur Kantate BWV 174 vorgelegte Versuch, den bereits zehnstimmigen Kopfsatz des Brandenburgischen Konzertes Nr. 3 noch um ein obligates Hörnerpaar sowie einen Oboen-Streicher-Chor zu erweitern, kommt in seiner kühnen Meisterschaft einer solchen doch ziemlich nahe. Ob Bach so den in der Kantate thematisierten himmelweiten Unterschied zwischen göttlicher Majestät und unvollkommenem menschlichem Liebesstreben ausdrücken wollte, muss offenbleiben. Die auf dieses massive Portal folgenden Rezitative und Arien versuchen sich jedenfalls nicht an einer weiteren Überbietung, sondern setzen ganz auf dezente Klangfarben und klug disponierte Unisonoführungen.
Mit einer Reflexion über den Kantatentext von Olivia El Sayed.
Mitwirkende:
Lia Andres, Sopran
Elvira Bill, Alt
Bernhard Berchtold, Tenor
Sebastian Noack, Bass
Orchester der J. S. Bach-Stiftung
Rudolf Lutz, Leitung
Programm:
17.30 Uhr
Musikalisch-theologische Werkeinführung mit Rudolf Lutz und Pfr. Niklaus Peter
19.00 - ca. 20.30 Uhr
1. Konzertaufführung
Reflexion
2. Konzertaufführung