Beute in Bern – Wenn Raubgut zum Kulturgut wird
Moderation: Selina Stokar
Im Bernischen Historischen Museum werden zahlreiche Objekte aufbewahrt, deren Erwerbsumstände aus heutiger Perspektive Fragen aufwerfen. Manche gelangten vor Jahrhunderten als Kriegsbeute oder «Religionsbeute» nach Bern, andere wurden während der Kolonialzeit unter ungleichen Machtverhältnissen erworben.
Ausgehend von Beispielen aus den aktuellen Ausstellungen «Murten, ausgeschlachtet. Ein Sieg wird in Szene gesetzt» und «Destination: Usakos. Heimreise nach Namibia – Zukunft eines kolonialen Erbes» diskutieren wir eine der drängendsten Fragen der heutigen Museumsarbeit: Wie soll mit Kulturgütern umgegangen werden, die gewaltsam oder unter fragwürdigen Umständen ihren Besitzer:innen entzogen wurden? Und lässt sich mittelalterliche Kriegsbeute überhaupt mit kolonialen Erwerbungen vergleichen? Was bedeutet es für ein Objekt, wenn Gewalt seine Geschichte prägt? Welche Rolle spielen Herkunft und jahrhundertelange Bewahrung für die Bedeutung von Kulturgut? Und was, wenn es niemanden mehr gibt, an den es zurückgegeben werden könnte – lohnt sich das Nachdenken über problematische Erwerbsumstände dann überhaupt?
Dr. Susan Marti ist Kuratorin am Bernischen Historischen Museum und hat sich im
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Beute in Bern – Wenn Raubgut zum Kulturgut wird
Moderation: Selina Stokar
Im Bernischen Historischen Museum werden zahlreiche Objekte aufbewahrt, deren Erwerbsumstände aus heutiger Perspektive Fragen aufwerfen. Manche gelangten vor Jahrhunderten als Kriegsbeute oder «Religionsbeute» nach Bern, andere wurden während der Kolonialzeit unter ungleichen Machtverhältnissen erworben.
Ausgehend von Beispielen aus den aktuellen Ausstellungen «Murten, ausgeschlachtet. Ein Sieg wird in Szene gesetzt» und «Destination: Usakos. Heimreise nach Namibia – Zukunft eines kolonialen Erbes» diskutieren wir eine der drängendsten Fragen der heutigen Museumsarbeit: Wie soll mit Kulturgütern umgegangen werden, die gewaltsam oder unter fragwürdigen Umständen ihren Besitzer:innen entzogen wurden? Und lässt sich mittelalterliche Kriegsbeute überhaupt mit kolonialen Erwerbungen vergleichen? Was bedeutet es für ein Objekt, wenn Gewalt seine Geschichte prägt? Welche Rolle spielen Herkunft und jahrhundertelange Bewahrung für die Bedeutung von Kulturgut? Und was, wenn es niemanden mehr gibt, an den es zurückgegeben werden könnte – lohnt sich das Nachdenken über problematische Erwerbsumstände dann überhaupt?
Dr. Susan Marti ist Kuratorin am Bernischen Historischen Museum und hat sich im Rahmen des Forschungsprojektes «The Inheritance of Looting» intensiv mit mittelalterlichem Beutegut in modernen Museen befasst.
Jakob Weber ist Doktorand an der Universität Bern und ebenfalls Teil des Forschungsprojekts «The Inheritance of Looting».
Dr. des. Samuel Bachmann ist Kurator der Ausstellung «Destination: Usakos. Heimreise nach Namibia – Zukunft eines kolonialen Erbes» und beschäftigt sich mit afrikanischem Kulturerbe in Schweizer Museen.
Ab 17 Uhr ist die Ausstellung «Murten, ausgeschlachtet. Ein Sieg wird in Szene gesetzt.» geöffnet. (Eintritt im Ticketpreis inbegriffen.)
Barbetrieb von 17.30 bis 20.40 Uhr.
Eintrittspreis: CHF 16/Person
Mitglieder des Fördervereins, Studierende, AHV-/IV-Beziehende, KulturLegi-Inhaber:innen und geflüchtete Personen (N-, S-, F-Ausweis) erhalten 50 % Ermässigung. Raiffeisen, Schweizer Museumspass, Kultur-GA, «Bern Museum Card 24h», «Bern Museum Card 48h» sowie der «Swiss Travel Pass» sind nicht gültig.
In der Abendreihe vertiefen wir mit wechselnden Gästen in unterschiedlichen Formaten Aspekte rund um die Ausstellung «Murten, ausgeschlachtet. Ein Sieg wird in Szene gesetzt».
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