Nach mehrjähriger Tätigkeit als Sekundarlehrer wanderte der Schweizer Walter «Wale» Liniger 1982 in den amerikanischen Süden aus. Während seiner Arbeit am Blues Archive der University of Mississippi (1984–1993) forschte er nicht nur im akademischen Umfeld, sondern lernte zahlreiche Vertreter des traditionellen Mississippi Blues persönlich kennen. Besonders prägend war die langjährige Zusammenarbeit mit Delta-Blues-Meister James Son Thomas, die auch in Gérard Herzhafts Encyclopédie du Blues Erwähnung findet.
Bis 1993 lebte Wale Liniger in Columbia, South Carolina, wo er als Professor an der University of South Carolina tätig war. Parallel dazu widmete er sich weiterhin seiner musikalischen Arbeit und pflegte langjährige Freundschaften mit bedeutenden Musikerinnen und Musikern der traditionellen amerikanischen Folk- und Blues-Szene.
Als Amerika-Schweizer pendelte Wale Liniger seit vielen Jahren mit Stimme, Gitarre und Mundharmonika zwischen zwei Kulturen. Seine musikalischen Auftritte verbinden persönliche Erfahrungen mit Fragen zu kultureller Übersetzung, Auswanderung und Exil – Themen, die seit jeher auch im Blues ihren Ausdruck finden. Dabei vermittelt er dem Publikum nicht nur die Geschichte des Blues, sondern vor allem dessen emotionale Kraft und Lebendigkeit.
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