In «Bsuechszyt» besucht eine junge Frau ihren Schwiegervater im Altersheim,
ein Mann seine Gattin im Gefängnis,
die Tochter ihren Vater in der Psychiatrie,
ein Ehemann seine kranke Frau im Spital.
In diesen Endstationen der Gesellschaft stecken die Abgeschobenen und Eingeschlossenen perspektivlos in einem Vakuum zwischen Vergangenheit und Zukunft. Aber auch ihre Besucher sind Gefangene ihrer eigenen Gedanken und Opfer gesellschaftlicher Konventionen denen sie ausgeliefert sind. Ihr Besuch ist für die Betroffenen ein aufflackernder Augenblick, ein stillstehender Moment zwischen den Zeiten ihres Daseins.
Die Figuren lösen Gefühle aus. Sie sind uns nah, berühren uns, bringen uns zum Lachen, zum Nachdenken, weil wir Vergleichbares schon selbst oder in unserem Umfeld erlebt haben.
Wir bringen Mitteres Stück «Besuchszeit» nun in einer berndeutschen Fassung – Übersetzung Charles Benoit – in Utzenstorf auf die Bühne. Auch wenn dieses bereits 1985 uraufgeführt wurde, sind die Dialoge und Inhalte nach über 40 Jahren immer noch aktuell.