All-Female-Punk aus Belgien mit Texten in niederländischer Sprache: gallig, smart, komplex, abgründig. Seit einigen Monaten geistert der Name Maria Iskariot durch die Live-Szene: Punk aus Gent, Belgien. All female und halbwegs erwachsen, niederländische Texte. Das ist ungewöhnlich. Vor allem aber ist das supergut. Maria Iskariots Punk-Interpretation lebt von Wut und Empörung, von Anklagen an Lügner („Leugenaar“) oder vom Hedonismus aus der Not heraus („Dat Vind Ik Lekker“).
Die Band spielt brillant, baut immer wieder Postpunk-Ebenen ein in Form von kantigen Riffs, effektiven Pausen oder Laut-leise-Dynamiken. Interessant ist, wie das Niederländisch die Musik beeinflusst. Man möchte die Sprache zuerst niedlich finden – bis einem bei den vielen besonders starken Stellen, wenn Sängerin Helena Cazaerck beim Singen in den Abgrund schaut, die Kinnlade runterfällt: Das niederländische Idiom eignet sich perfekt für Verzweiflungsvertonungen. Und weil die Band bei Stücken wie „Rozemarijn“ oder dem Kneipen-Mitsing-Lied „Niets Gaat Verloren“ auch noch großes Songwriting-Talent beweist, zählt WRELDWAAN zu den besten Debüts des Jahres. musikexpress 10/25
Helena Cazaerck (vocals, guitar)
Loeke Vanhoutteghem (guitar)
Sybe Versluys (drums)
Amanda Barbosa (bass)