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Billie

Billie Kinok | Cinema in der Lokremise Tickets
Kinok | Cinema in der Lokremise , CH

«Strange Fruit» war ein Wendepunkt in der Musikgeschichte der USA – und auch im Leben von Billie Holiday. 1939 sang die Jazzsängerin den eindringlichen Protestsong, der die Lynchmorde an Schwarzen anprangert, erstmals im New Yorker Café Society. Billie Holiday war damals erst 24 und hatte bereits ein bewegtes Leben hinter sich, geprägt von rassistischer Erniedrigung und Diskriminierung als Frau. Die Aufnahme ihrer Interpretation von «Strange Fruit» aus dem Jahr 1959, sorgfältig koloriert und restauriert, ist einer der Höhepunkte im sehenswerten Dokumentarfilm «Billie» des Briten James Erskine, der das so tragische wie aussergewöhnliche Leben der herausragenden Sängerin erzählt. Es gibt zwar nur wenige Filmaufnahmen von ihr, aber Erskine konnte auf umfangreiche, bisher unveröffentlichte Tonbandaufnahmen zurückgreifen. Sie stammen von der US-Journalistin Linda Lipnack Kuehl, die in den späten 60er-Jahren eine Biografie über Holiday begann und während zehn Jahren über 120 Interviews mit Freundinnen und Freunden, Familienmitgliedern und Musikerkollegen führte, darunter Count Basie und Charles Mingus. Ihre Tondokumente zeichnen das freimütige, vielstimmige Bild der komplexen Künstlerpersönlichkeit Billie Holidays, die eine bittere Kindheit hatte, zeitlebens mit ihren inneren Dämonen

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«Strange Fruit» war ein Wendepunkt in der Musikgeschichte der USA – und auch im Leben von Billie Holiday. 1939 sang die Jazzsängerin den eindringlichen Protestsong, der die Lynchmorde an Schwarzen anprangert, erstmals im New Yorker Café Society. Billie Holiday war damals erst 24 und hatte bereits ein bewegtes Leben hinter sich, geprägt von rassistischer Erniedrigung und Diskriminierung als Frau. Die Aufnahme ihrer Interpretation von «Strange Fruit» aus dem Jahr 1959, sorgfältig koloriert und restauriert, ist einer der Höhepunkte im sehenswerten Dokumentarfilm «Billie» des Briten James Erskine, der das so tragische wie aussergewöhnliche Leben der herausragenden Sängerin erzählt. Es gibt zwar nur wenige Filmaufnahmen von ihr, aber Erskine konnte auf umfangreiche, bisher unveröffentlichte Tonbandaufnahmen zurückgreifen. Sie stammen von der US-Journalistin Linda Lipnack Kuehl, die in den späten 60er-Jahren eine Biografie über Holiday begann und während zehn Jahren über 120 Interviews mit Freundinnen und Freunden, Familienmitgliedern und Musikerkollegen führte, darunter Count Basie und Charles Mingus. Ihre Tondokumente zeichnen das freimütige, vielstimmige Bild der komplexen Künstlerpersönlichkeit Billie Holidays, die eine bittere Kindheit hatte, zeitlebens mit ihren inneren Dämonen rang und sich in Alkohol, Drogen und Sex flüchtete, wobei mehrere unglückliche Beziehungen mit Männern ihre Seelenqualen nur verstärkten. Sowohl für Kuehl, deren geplantes Buch wegen ihres mysteriösen, plötzlichen Todes nie erscheinen konnte, als auch für James Erskine besteht die Lebensleistung von Billie Holiday neben ihren unnachahmlichen Jazzinterpretationen darin, dass sie sich sehr früh gegen Geschlechter- und Rassendiskriminierung auflehnte. Sie wurde damit zur Zielscheibe von weissen Beamten, die sie jahrelang beobachteten und schliesslich medienwirksam ins Gefängnis brachten. Obwohl «Billie» diese Aspekte beleuchtet, ist es vor allem ein begeisternder Musikfilm; er zelebriert mit restaurierten Aufnahmen wie «The Blues Are Brewin’» die grosse Kunst von «Lady Day», wie ihr Freund, der Saxophonist Lester Young, die unvergleichliche Jazzsängerin mit der weissen Gardenie im Haar nannte.

 

Weitere Vorstellungen im Januar.

 

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Ort:

Kinok | Cinema in der Lokremise, Grünbergstrasse 7, St. Gallen, CH

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